Hahn-Lehmden /Wemkendorf Warum springt jemand aus einem Flugzeug, das funktioniert? Klar, es ist die Herausforderung, die man bewältigen möchte, und auch der Nervenkitzel. Das dürfte für so ziemlich alle Extremsportarten gelten, eingeschlossen jene, die Hergen Böneker (37) aus Hahn-Lehmden und Matthias Renken (38) aus Wemkendorf erfolgreich betreiben. Sie sind Enduro-Fahrer, zwingen ihre Geländemaschinen über dicke Treckerreifen, Baumstämme, alte Autos, Wiesen, Felder, durch Schlamm und auch mal ein leerstehendes Gebäude.

„Manchmal fragt man sich selbst, was treibt einen da“, sagt Renken. Der Kitzel sei da, und wenn man die Herausforderung packt, ist die Freude groß. Natürlich auch über die Medaillen und Pokale, die dann verliehen werden. Über die jüngsten Auszeichnungen freuen sich die beiden Männer besonders. Böneker ist gerade Norddeutscher Geländemeister in seiner Klasse geworden, Renken holte Platz vier – für beide ist es der bislang größte Erfolg. Seit Februar hatten sie an 13 Läufen der Geländemeisterschaft teilgenommen. Sie reisten nach Kaltenkirchen im Norden und nach Melsungen im Süden, nach Itterbeck im Westen und nach Woltersdorf im Osten.

Worum es beim Enduro-Fahren geht

Der Begriff Enduro setzt sich aus dem spanischen „duro“ (hart) und dem englischen „endurance“ (Ausdauer) zusammen. Er beschreibt ein geländegängiges Motorrad mit Straßenzulassung. Enduros werden vor allem im Geländesport eingesetzt.

Bei den Wettbewerben wird unterschieden zwischen dem klassischen und dem Mehrstunden-Enduro. Beim klassischen Enduro muss ein vorgegebener Kurs (eine Runde ist etwa 60 Kilometer lang) drei- bis viermal gefahren werden. Dabei müssen verschiedene Sonderprüfungen bestanden werden. Ein klassisches Enduro dauert schnell mal sechseinhalb Stunden. „Da braucht man Sitzfleisch“, weiß Hergen Böneker aus Hahn-Lehm­den, der gerade Norddeutscher Geländemeister wurde.

Beim Mehrstunden-Enduro muss ein Rundkurs in einer vorgegebenen Zeit möglichst oft gefahren werden.

„Es ging schleppend los“, sagt Böneker, der nach mehreren Jahren Pause erst seit zwei Jahren wieder bei Enduro-Rennen startet. Und in diesem Jahr zum ersten Mal an allen Läufen zur Norddeutschen Geländemeisterschaft teilnahm. Gleich bei der ersten Veranstaltung musste er nach fünf Stunden wegen eines technischen Ausfalls aufgeben. „Es war ein sehr hartes Rennen, die Kupplung war kaputt gegangen.“ Anfangs dümpelte er irgendwo zwischen Platz fünf und zehn rum, doch dann wurde er immer besser, holte am Ende der Serie den Gesamtsieg.

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Im Jahr 2000 fingen Böneker und Renken, die heute als Heizungsbauer tätig sind, gemeinsam an, Enduro zu fahren. Von Motocross-Maschinen unterscheiden sich die Enduro-Maschinen dadurch, dass sie mit einer Lichtanlage ausgestattet sind.

103 Kilogramm wiegt Bönekers Maschine. Der Zweitakter hat einen Hubraum von 300 Kubikmetern und verfügt über 55 PS. „Das Tempo ist aber nicht wichtig“, erklärt der 37-Jährige. Die Leistungsentfaltung stehe im Vordergrund, „wie der Motor die Kraft auf den Untergrund überträgt“.

Bis in die 1980er Jahre war auch Rastede Ausgangspunkt für einen Enduro-Lauf, der damals durchs Ammerland führte, erinnert sich Renken. „Da waren wir als Kinder immer“, sagt der 38-Jährige und ist sich sicher, dadurch schon in der Kindheit geprägt worden zu sein, später mit einer Geländemaschine über Baumstämme, Autos und dicke Treckerreifen zu fahren.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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