Polizeireiter In Rastede
Wo Pferde durchs Feuer gehen

Bei einem lauten Knall würde ein Pferd normalerweise scheuen. Die Pferde der Polizeireiterstaffel aus Hannover wurden ausgebildet, solchen und anderen Einflüssen zu widerstehen. Beim Landesturnier zeigten Tiere, wie cool sie sind.

Bild: Frank Jacob
Ein Ritt durchs Feuer: die Polizeireiterinnen Christine Sentis (vorne) und Alexandra Neumann bei ihrer Vorführung am Sonntag auf dem Oldenburger Landesturnier in RastedeBild: Frank Jacob
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Rastede Es klingt wie ein lautes Schmatzen, als sich das Pferd in Bewegung setzt und seine Hufe in den aufgeweichten Boden eintauchen. „Wir zeigen heute unsere Seepferdchen“, hatte der Leiter der Polizeistation Rastede, Lüder Behrens, kurz zuvor gescherzt. Da war gerade mal wieder ein heftiger Gewitterschauer über Rastede und den Turnierplatz hinweggezogen. Und der sorgte am Sonntag für einiges Durcheinander beim 69. Oldenburger Landesturnier.

Lange war unklar, ob der Große Preis überhaupt ausgetragen werden konnte. Auf dem Springplatz stand nämlich das Wasser. Bei den Ponyspielen war die Entscheidung schneller getroffen. Sie konnten nicht wie geplant auf dem Dressurplatz D3 stattfinden, stattdessen nutzte die Polizeireiterstaffel aus Hannover die Fläche für ihre Vorführung, die am frühen Nachmittag im Rahmen des Familientages also mit Schmatzlauten beginnt.

Die Polizeipferde, die in Hannover ausgebildet werden, sind echte Alleskönner. Und sie müssen bei Einsätzen wie Demonstrationen, auf Festivals oder in lauten Innenstädten mit vielen Einflüssen zurechtkommen. „Wir gehen mit den Pferden viel auf Streife in der Stadt“, sagt Jörg Rischbieter von der Polizeireiterstaffel. Seit Freitag ist er mit drei Kolleginnen beim Landesturnier im Einsatz, jetzt wollen sie einigen hundert Zuschauern zeigen, wie ihre Pferde ausgebildet werden. Dabei gilt vor allem eines: „Die Pferde dürfen sich erschrecken, aber sie müssen bei uns bleiben und dürfen niemanden gefährden“, erläutert Rischbieter.

Recht desinteressiert verfolgen die Pferde, wie vor ihnen erst kleinere, dann immer größere Fahnen geschwenkt werden. Auch einen Ball lassen sie sich gegen den Körper werfen und werden auch nicht unruhig, als ein Ball unter ihnen hindurchgerollt wird. Selbst das Aufspannen eines Regenschirmes direkt vor ihrem Kopf nehmen sie gelassen hin. „Eigentlich ist eine solche Schnappbewegung für Pferde ein Grund, weglaufen zu wollen“, sagt Rischbieter.

Neben solchen optischen Reizen beweisen die vier Polizeipferde im weiteren Verlauf auch, dass sie sich von Krach nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd ist sogar so groß, dass sie durch eine Papierwand und schließlich gar durch brennendes Heu traben. Erst, als aus einer Pistole drei Schüsse abgefeuert werden, merkt man den Pferden eine deutliche Reaktion an. Auch sie dauert aber nur sehr kurz, dann stapfen die Pferde wieder ruhig über den Platz – begleitet von schmatzenden Geräuschen.

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