Westerstede /Detern Dass ein American-Football-Team in eine andere Stadt zieht, ist in der National Football League (NFL) in den USA nichts Ungewöhnliches. So wurde Anfang des Jahres aus der Franchise der San Diego Chargers nach dem Umzug kurzerhand die Los Angeles Chargers. Wenn sich die American Footballer der Westersteder Wölfe aber eine neue Heimat suchen, hat das wenig mit Geld, Erschließung neuer Zielgruppen oder einem Neustart zu tun. Hier geht es um Kapazitäten, Trainingszeiten und neue Chancen, die das Team sich nun in Detern erhofft.

„Wir haben in Westerstede leider zu wenig Trainingsmöglichkeiten“, erklärt Sandro Cotterli, der Headcoach der Wölfe, den Schritt nach Detern: „Wir verstehen, dass die Plätze und die Hallenzeiten begrenzt sind. Für unseren Plan, in dem wir auch eine Jugendmannschaft vorsehen, sind die Kapazitäten in Westerstede für uns aber zu gering.“ Die Entscheidung sei der Mannschaft aber nicht leicht gefallen.

In Kontakt mit dem TuS Detern stehen die Wölfe schon länger. Bereits häufiger haben die American Footballer in dem Ort im Kreis Leer trainiert und dort auch schon das letzte Landesliga-Spiel der vergangenen Saison bestritten und gewonnen. „Wir waren einfach an einem Punkt, an dem wir uns entscheiden mussten. Wir sind der Stadt Westerstede und dem Ammerland aber sehr dankbar dafür, dass wir hier fünf Jahre spielen durften“, sagt Cotterli. Mit auf den Weg nach Detern machen sich ein Männerteam und eine Juniorenmannschaft, die sich noch im Aufbau befindet.

Im Hinblick auf die Saisonvorbereitung und die Trainingszeiten würde beim TuS Detern aber mehr geboten, so Cotterli. Denn anders als auf dem Sportplatz an der von-Weber-Straße in Westerstede bietet der Platz in Detern ein Flutlicht und mehr freie Trainingszeiten. „Schon für die Jugendarbeit ist das eine tolle Möglichkeit. In Westerstede konnten wir der Jugend nur eine Stunde vor dem Männertraining Zeit geben. In Detern haben wir dafür bessere Bedingungen“, erklärt Cotterli.

Doch nicht nur die Trainingszeiten und Trainingsbedingungen zwingen die Wölfe zum Umdenken. Auch die räumliche Nähe zu den beiden Oldenburger Teams bremsten die Arbeiten am eigenen Jugendteam immer wieder aus. „Wir wollen uns stärker in Richtung Leer ausrichten, weil wir von dort auch den größten Zulauf bekommen. Die meisten Jugendlichen aus der Umgebung Oldenburg gehen eher zu einem Oldenburger Team, als zu uns, zum Probetraining“, sagt Cotterli.

Unter welchem Namen die Wölfe in Zukunft in Detern auflaufen werden, ist noch offen. Zudem führt der Verein derzeit Gespräche mit einem Notar, um zu klären, ob die Westersteder Wölfe aufgelöst und in Detern neu gegründet oder mit dem TuS Detern als Verein verschmelzen werden. „Das sind dann alles Dinge, die wir Ende des Jahres gemeinsam entscheiden werden. Wir würden aber schon gerne Wölfe bleiben“, sagt der Headcoach.

Lars Puchler
Redakteur
Lokalsport Ammerland

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