Lehmden Mario Fredehorst, Malte Müller und Aaron Thalmann haben zwei Dinge gemeinsam. Nicht nur werden die drei in der nächsten Saison mit dem SSV Jeddeloh in der Fußball-Regionalliga spielen. Das Trio hat auch im DFB-Stützpunkt einen großen Schritt in seiner fußballerischen Entwicklung genommen. 366 dieser Stützpunkte gibt es in Deutschland, 12 davon im Bezirk Weser-Ems.

Die größten Talente aus den Fußballkreisen Ammerland, Wesermarsch und Oldenburg-Stadt in den Altersklassen der D- und C-Junioren stehen Woche für Woche auf dem Sportplatz in Lehmden. Unter der Leitung der Stützpunkt-Trainer wollen sie ihrem Traum vom Leben als Profi-Fußballer einen Schritt näher kommen. „Wir helfen den Jungs, ihren Traum zu erreichen, ganz nach oben zu kommen“, erklärt Stützpunkt-Trainer Frank Surkau.

Ruhe auf dem Dorf

Surkau hat viele Talente kommen und gehen sehen. Seit das Stützpunkt-Förderprogramm im Jahr 1999 vom Deutschen Fußballbund aufgelegt wurde, ist er im Ammerland dabei. Zunächst in Wiefelstede, dann seit 2006 in Lehmden. „In Wiefelstede ist der Verein zu stark gewachsen, die Plätze wurden für die eigenen Jugend- und Erwachsenenteams gebraucht. Hier in Lehmden fühlen wir uns aber sehr wohl“, sagt Surkau. Bei den kleinen Vereinen auf dem Dorf habe man die nötige Ruhe, um ordentlich mit den Talenten zu arbeiten.

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Was nach Elite-Förderung klingt, soll aber nicht als solche verstanden werden, betont Surkau: „Wir sind kein Geheimprojekt. Jeder Trainer ist willkommen und kann sich ansehen, was wir hier anbieten.“ Er versteht den Stützpunkt eher als Trainingshilfe für die Vereinstrainer und als extra Motivation für die jungen Fußballer – als Stütz-punkt eben. „Sichten und Fördern steht bei uns ganz oben“, sagt Surkau.

Daniel Sommer ist einer der Jungs, die regelmäßig in Lehmden trainieren. Er spielt beim TuS Ocholt in der D-Jugend und erhält im Stützpunkt neue Trainingsanreize. „Ich merke, dass mir das Training hier etwas bringt. Es ist zwar alles etwas schneller, aber es gefällt mir gut“, sagt Sommer, der bereits seit mehr als einem Jahr im Stützpunkt trainiert.

Keine Konkurrenz

„Wir wollen den Fußball in der Breite besser machen“, sagt Surkau während hinter ihm knapp 40 Trainer beim Info-Abend der demonstrativen Übungseinheit der D-Junioren zusehen. Die Vereinstrainer können sich hier Anregungen für ihre Trainingsarbeit holen. Dass es Konkurrenz mit den regionalen Vereinen gibt, verneint Surkau deutlich. „Von der Kooperation zwischen Verein und Stützpunkt profitieren alle. Es geht nur über das Miteinander“, betont er. Der Stützpunkt biete lediglich eine Ergänzung zum Training für die Jungs im Verein an.

Die jungen Kicker auf dem Rasen trainieren gerade das Duell eins-gegen-eins. Immer wieder unterbricht Nico Rauch die Spielszenen und kommt mit den Talenten ins Gespräch. „Einfrieren“ nennen die Trainer das. „So können wir den Kindern im Detail erklären, was sie in der Spielsituation noch besser machen können“, sagt Surkau. Es gehe im Stützpunkt-Training besonders um die Schulung von Technik und Taktik.

Individuelles Training

Trainiert wird individuell angepasst. Der DFB gibt für jede Altersklasse aber einen Rahmen und Empfehlungen vor. „In der D- und C-Jugend sind die Kinder von der Entwicklung und dem Wachstum selten auf der gleichen Stufe“, erklärt Surkau. Gleich ist nur, dass die Einheit jedes Mal mit hoher Intensität und Schnelligkeit durchgeführt wird. So entwickeln sich die Talente.

Ein Beispiel: „Während die Ballannahme in der D-Jugend in der Regel noch drei Sekunden dauert, sollen die Kinder nach den zwei Jahren hier im Stützpunkt weniger als eine Sekunde für diesen Vorgang brauchen“, rechnet Rauch vor. Gemeinsam mit Surkau, Ruben Rebmann, Ralf Kloppenburg und Alfons Fübbeker trainiert er die Kinder.

Kai Trüper ist einer der Vereinstrainer, der die Trainingseinheit genauestens verfolgt hat. „Auf die Info-Abende im Stützpunkt freue ich mich besonders. In kurzer Form gibt es eine geballte Ladung Information in einem angemessenen Rahmen“, sagt der Trainer der U13 des VfB Oldenburg und einer E-Jugend des TuS Petersfehn „Die Übungen sind absolute Basis, die kann jeder Verein umsetzen.“

Trüpers Jungs freuen sich schon auf die neuen Übungen. Und wer weiß? Vielleicht ist unter ihnen bereits das nächste Stützpunkt-Talent.

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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