Apen Mit einem zugekniffenen Auge, die Hand ruhig am Abzug, visiert Karin Wortmeyer mit dem Luftgewehr ihr Ziel an. Sie steht am Schießstand des Schützenvereins Apen, dessen Vorsitzende sie seit rund eineinhalb Monaten ist und damit seit 115 Jahren die erste Frau an der Spitze des Vereins.

Das sei ein großer Vertrauensbeweis seitens des Vorstands gewesen, ist sich die gebürtige Bad Zwischenahnerin sicher. Sie müsse sich noch etwas einarbeiten, aber werde sehr gut unterstützt. „Für mich ist das ja noch Neuland“, sagt die Klauhörnerin. Auch anfängliche Bedenken, durch ihren Schichtdienst als Hauswirtschafterin im Altenheim nicht genügend Raum für den Verein zu haben, konnten ausgeräumt werden. Nun hofft Wortmeyer, dass ihr Engagement eine positive Außenwirkung hat.

Doch eine Frau in der Männerdomäne wie das Schützenwesen – geht das überhaupt? „Ich kann mich schon durchsetzen. Ich bin mit Brüdern und Freunden aufgewachsen“, sagt Wortmeyer.

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Durch eine Bekannte sei sie erst sehr spät mit 42 Jahren 1995 zum Schützenverein Apen gekommen. „Am Anfang war es schwer. Ich musste lernen, mich zu konzentrieren“, berichtet die heute 51-Jährige von ihren ersten Schießübungen. Besonders gefalle ihr am Schießsport, dass man abschalten könne „und natürlich die Gemeinschaft im Verein.“

Dann war sie rund sechs Jahre als Damensportleiterin aktiv. Ebenfalls sechs Jahre leitete sie die Jugendsportgruppe, organisierte Ausflüge und betreute die Jugendlichen. „Der Kontakt zu den jungen Leuten hat mir besonders gefallen. Es sind sogar noch einige aktiv, die ich betreut habe“, berichtet Karin Wortmeyer.

Für die Zukunft wünscht sie sich, „dass ein bisschen Ruhe in den Verein kommt.“ Besonders wichtig sei ihr aber auch, die Nachwuchsprobleme im Verein gemeinsam anzugehen.

Bei all dem vielseitigen Einsatz im Schützenverein stehe ihr Partner, der ebenfalls in einem Schützenverein aktiv ist, ganz hinter ihr, so Wortmeyer.

Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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