Grasbahnrennen In Rastede
„Auf der Bahn, da gibt’s keine Geschenke“

Er ist 77 Jahre alt – und immer noch leidenschaftlicher Fahrer. Seit 23 Jahren tritt der Mann aus dem Allgäu in der Europäischen Veteranen-Langbahn Serie an – auch in Rastede. Hier erzählt er seine Geschichte.

Bild: Claus Stölting
Auf der Bahn voll in seinem Element: Franz Greisel treibt auch mit 77 Jahren noch die „Freude am Fahren“ an – hier bei einem Trainingslauf in strömendem Regen. Selbst bei den Veteranen ist er auch in Rastede der älteste Fahrer.Bild: Claus Stölting
Bild: Claus Stölting
Bereit fürs Training: Franz Greisel. Im Hintergrund Ehefrau Erna.Bild: Claus Stölting
Keine Freiartikel mehr in diesem Monat.

Bereits NWZ-Abonnent?

Jetzt anmelden

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Rastede Die Motorräder Franz Greisels tragen in diesem Jahr die Startnummer 3. „Letztes Jahr bin ich in Europa eben Dritter geworden“, sagt der Rennfahrer aus Marktoberdorf im Allgäu. Gerade regnet es an diesem Samstag über dem Rasteder Turnierplatz, wo die 16 Fahrer der Europäischen Veteranen-Landbahn-Serie auf den Start für ihre Trainingsläufe warten. Das Grasbahnrennen in Rastede ist einer von sieben Standorten in Europa, an dem die Grasbahn-Oldies ihren Meister ermitteln. Und Greisel ist mit 77 Jahren definitiv der älteste, der mitfährt. Bis heute treibt ihn die „Freude am Fahren“ an, sagt er.

Seit 50 Jahren fährt er Motorrad bei Grasbahnrennen, seit 2009 ist er auch in Rastede stets dabei. Seit 23 Jahren fährt er dabei bei den Veteranen mit – und hat sich seitdem bereits viermal den inoffiziellen Titel „Oldie-Europameister“ gesichert. Auch wenn er sagt: Sicherheit muss sein: „Auf der Bahn gibt’s keine Geschenke“, weiß Greisel aus langjähriger Erfahrung. Dennoch fährt er auf Sicherheit, selbst im Straßenverkehr mit dem Auto. „Ich habe nur einmal ein anderes Auto überholt: Das fuhr gerade mal 45 Stundenkilometer“, lacht der 77-Jährige, der daheim in seiner Werkstatt auch Motorräder für Rennen tunt. Sieben Rennen wird er in seiner Klasse, in die man mit 45 Jahren einstiegen kann, in diesem Jahr europaweit absolvieren, das nächste kommende Woche in den Niederlanden. „Zwischendurch geht’s aber nach Hause, die Katze versorgen“, sagt er. Ehefrau Erna ist immer dabei, beide reisen mit dem Wohnmobil zu den Rennen. Und sie gibt zu: Manchmal hat sie ein wenig Angst um ihren Mann. Auch sie ist dem Rennsport seit mehr als 50 Jahren verbunden, so hat sie auch Franz Greisel kennengelernt, sagt sie.

Sicherheit wird aber auch für Franz Greisel wichtiger, erzählt er – und: „Den Titel kann ich in diesem Jahr sowieso nicht mehr holen.“ Aber es ist ja eben auch die Freude am fahren, die ihn antreibt. Wie lange noch? „Solange ich die Maschine fahre und nicht die Maschine mich, so lange mache ich weiter“, gibt er den Zeitpunkt vor, an dem er aufhören würde. Auf der Bahn – in Rastede hat er schon mal 145 Stundenkilometer drauf gehabt – ist an diesem Tag davon nichts zu spüren.

Sehen Sie hier ein Video vom Grasbahnrennen 2016:

Das könnte Sie auch interessieren