Unfall-Lkw verliert Gefahrgut – Warnung an Bevölkerung
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Unfall-Lkw verliert Gefahrgut – Warnung an Bevölkerung

München /Edewecht Radfahren ist Julius (12) gewöhnt. Mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Schwestern lebt er mitten in München. Die Familie hat kein Auto, alles wird mit dem Zweirad erledigt. „Das macht in der Gegend einfach Sinn. Und auch ich liebe das Radeln“, erzählt Heiko Müller (72). Er ist Julius’ Opa und wohnt in Edewecht. Wegen der Entfernung von rund 800 Kilometern sehen sich Großeltern und Enkel nicht sehr häufig. Doch das, was die beiden diesen Sommer gemeinsam erlebt haben, geht über das alltägliche Stadtradeln weit hinaus.

1015 Kilometer geradelt

Insgesamt 14 Tage waren die beiden fleißigen Radfahrer unterwegs – über den Isar-Radweg, entlang des Main-Donau-Kanals, über den Werratalradweg und den Weserradweg, bis in die Gemeinde Edewecht. 1015 Kilometer legten sie zurück. Und wer ist auf die Idee gekommen? „Das war Julius selbst“, ist sein Opa stolz. Im Jahr 2015 war Heiko Müller dieselbe Strecke in die andere Richtung geradelt und der Enkel war begeistert. „Ich wusste sofort, dass ich die Strecke auch mal fahren will“, erzählt der Zwölfjährige ganz enthusiastisch. „Seine Mama hatte die Sorge, dass die Strecke zu lang wird. Daher haben wir einen Testlauf gemacht – 400 Kilometer von Amsterdam nach Edewecht“, ergänzt der Opa. Danach stand fest: Julius kann das locker. Heiko Müller muss lachen. „Ich habe letztes Jahr schon gemerkt, dass er Kraft hat. Ich musste ihn manchmal bremsen.“

Im April begann Müller, die Übernachtungsmöglichkeiten zu buchen. „Die Route haben wir besprochen und dann das Navi getestet“, berichtet Julius. Geschafft hat er alles ohne Probleme. „Ich hatte keinen Moment, an dem ich dachte, ich wäre jetzt doch lieber in München“, denkt Julius zurück. Der Opa ist stolz. „Ich bin wirklich glücklich, ein so tolles Enkelkind zu haben.“ Müller klickt sich auf seinem Laptop durch die Fotos der Reise und gerät ins Schwärmen. „Wir hatten fast die ganze Zeit perfektes Radfahrwetter. Einmal haben wir unser Regenzeug gebraucht – für sage und schreibe 20 Minuten.“ Die letzten Tage seien beschwerlicher gewesen, weil die Temperaturen auf über 30 Grad Celsius angestiegen seien. Gebremst hat es die beiden jedoch natürlich nicht.

Etwa fünf Stunden traten sie täglich in die Pedale; hatten sie ihr Tagesziel erreicht, konnten sie noch bummeln gehen oder Eis essen. Auch Englisch- und Französischvokabeln musste Julias währenddessen pauken. „Hat er sehr brav gemacht, da war ich echt froh“, sagt Müller.

Wissbegieriger Enkel

Der ehemalige Lehrer für Naturwissenschaften erinnert sich nur zu gern an die wissbegierigen Fragen des Enkels während der Tour: „Er wollte zum Beispiel wissen, woher es kommt, dass die Werra einer der schmutzigsten Flüsse Europas ist oder wieso ein Kernkraftwerk so gefährlich ist.“ Teilweise habe der Junge auch geschichtliche oder politische Fragen gestellt. „Aber darin bin ich nicht so gut, da musste ich öfter passen“, erzählt Müller lachend.

Zwischendurch habe Julius mal die Idee gehabt, die nächste Tour könne doch über die Alpen gehen. „Ihm traue ich das auch zu, aber da überschätzt er leider seinen Opa.“ Müller schätzt, dass es die letzte Tour in dieser Länge gewesen ist. Auf ein E-Bike umzusteigen, kommt für ihn nicht infrage, „das wäre mir peinlich.“ Generell, das sei ja abzusehen, werde er künftig schwächer, der Junge stärker. „Aber das macht nichts. Die Erinnerungen bleiben und diese gemeinsame Zeit ist einfach unersetzlich.“

Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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