Rastede Einmal Landesturnier, immer Landesturnier: Die Verbundenheit zur Traditionsveranstaltung im Rasteder Schlosspark zeigt sich bei vielen der rund 200 ehrenamtlichen Helfer. Tim Gerwien ist einer von ihnen. Am Mittwochvormittag sitzt der 45-Jährige in jenem Container, der die Meldestelle Dressur beherbergt. Gemeinsam mit Gaby Westrup nimmt er dort im Schatten des historischen Marstalles die Startmeldungen der Dressurreiter entgegen. Mehr als 450 sind es in diesem Jahr, mit mehr als 900 Pferden.

Seit Ende der 1970er Jahre gehört Gerwien zu den ehrenamtlichen Helfern beim Turnier, Paul Brückner war da noch Vorsitzender des Renn- und Reitvereins. „Ich habe als Läufer angefangen“, erzählt er. Damals war Gerwien gerade acht Jahre alt und besuchte die Grundschule Kleibrok. Heute lebt er in Oldenburg, ist Angestellter einer Bank und nimmt sich für das Landesturnier extra Urlaub.

Gerwien, der selbst kein Reitsportler ist, erinnert sich noch gut an seine Anfänge auf dem Turnierplatz. „Computer hatten wir damals noch keine, und es gab nur eine Meldestelle“, macht der 45-Jährige deutlich, dass das Turnier im Laufe der Jahre immer weiter gewachsen ist. Disziplinen wie Dressur, Vielseitigkeit und Fahren kamen erst nach und nach dazu.

„Die Ergebnisse wurden damals noch per Hand aufgeschrieben, mit Blaupapier durchgepaust und mussten dann von uns verteilt werden“, schildert Gerwien, der jeden Tag mit dem Fahrrad von Oldenburg nach Rastede fährt. Zu dieser Zeit saßen die Wertungsrichter noch ganz oben im Richterturm, hinauf ging es nur über eine Stahltreppe. Heute ist das nicht mehr möglich, der Turm ist in die Jahre gekommen und wird im oberen Bereich nicht mehr genutzt.

Sieben bis acht Jahre war Gerwien als Läufer beim Landesturnier im Einsatz, dann wechselte er in die Meldestelle Dressur, der er bis heute treu gebleiben ist. Die Arbeit dort wird längst über den Computer abgewickelt. „Die Ergebnisse werden heute direkt am Dressurviereck erfasst und eingegeben“, erzählt Gerwien und fügt an: „Früher musste alles noch zur Rechenstelle gebracht werden.“ Dennoch ist die Arbeit in der Meldestelle tagesfüllend. „Gestern und heute ging es um 6.30 Uhr los“, berichtet Gerwien. Abends ist meist erst gegen 21 Uhr Schluss.

Dass die ehrenamtlichen Helfer solch lange Tage gerne in Kauf nehmen, um beim Landesturnier dabei sein zu können, bekräftigt dann wieder die Verbundenheit zu der Traditionsveranstaltung. Einmal Landesturnier bedeutet in der Regel eben, immer Landesturnier.


Bilder und Berichte unter   www.nwzonline.de/landesturnier 
Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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