Jeddeloh An den 6. Mai 2017 dürften sich noch alle Fans des SSV Jeddeloh bestens erinnern: Denn an diesem Samstag, genau um 17.50 Uhr, fand der kometenhafte Aufstieg der Ammerländer Fußballer mit dem vorzeitigen Gewinn der Oberliga-Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga seinen bisherigen Höhepunkt. Innerhalb von 15 Jahren hatte sich der Fußballclub aus dem Edewechter 1300-Einwohner-Ortsteil Jeddeloh II von der Kreisklasse bis in die vierthöchste deutsche Spielklasse nach oben gearbeitet.

Drei Spieltage vor dem Saisonende war die Ausgangslage klar: Die Ammerländer brauchten bei der Freien Turnerschaft Braunschweig im Prinzenparkstadion einen Sieg, um die große Meisterfeier vorzeitig starten zu können. Bestens motiviert und mit einem zusätzlichen Fanbus im Schlepptau machten sich die Jeddeloher auf die dreistündige Fahrt nach Braunschweig.

Neue Serie

In den kommenden Ausgaben blickt die NWZ immer wieder auf sportliche Höchstleistungen aus dem Ammerland zurück. Sportler, Trainer, Fans, Vereinsverantwortliche und Redakteure erinnern sich an ihre schönsten sportlichen Momente aus den vergangenen Jahren. Vom Spiel des Lebens über ganz besondere Erfolge bis hin zu kuriosen Begebenheiten sollen im Rahmen dieser Serie erzählt werden. Ideen und Anregungen nimmt die Redaktion gerne per E-Mail entgegen: lokalsport-ammerland@nwzmedien.de

Geschenkt bekamen die Ammerländer in Braunschweig aber nichts. Die Partie war eng, die Gastgeber waren dem Favoriten vom Küstenkanal durchaus ebenbürtig. Doch in der 65. Minute löste sich Angreifer Mario Fredehorst perfekt von seinem Gegenspieler und köpfte einen Freistoß von Florian Stütz zum 1:0-Siegtreffer ins Tor. Als Schiedsrichter Benjamin Buth um 17.50 Uhr die Partie nach fünf Minuten Nachspielzeit abpfiff, fiel der ganze Druck ab: Trainer, Spieler, Verantwortliche und Fans des SSV Jeddeloh stürmten das Feld und wussten, dass sie es geschafft hatten.

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Inmitten der feiernde Menge stand Trainer Thomas Schuhknecht, der sein Glück noch nicht so recht fassen konnte: „Ich bin unfassbar stolz auf die Jungs. So ein Aufstieg ist das Schönste, was es gibt. Das ist aber alles noch völlig surreal. Es wird wohl erst in den nächsten Tagen kommen, dass wir sehen, was wir hier geschaffen haben. Nicht nur für uns, sondern auch für die Region, Jeddeloh und das Ammerland. Da haben alle nach gelechzt“, sagte Schuhknecht damals.

„Heute geht’s ab“, war auch die Marschrichtung, die Siegtorschütze Mario Fredehorst ausgab: „Das war ein überragendes Gefühl. Die Mannschaft hat das heute richtig geil gemacht, von 1 bis 18 alle mit dabei gewesen und für das Ziel gekämpft“, lobte der Angreifer das Mannschaftsgefühl beim SSV.

Während Mittelfeldspieler Malte Müller das Humba Täterä mit der Mannschaft anstimmte und sich als Oberliga-Meister feiern ließ, lagen sich auch Teammanager Gerhard Meyer und der Sportliche Leiter, Ansgar Schnabel, in den Armen. „Das ist pure Erleichterung. Wenn du am Ende noch fünf Minuten Nachspielzeit überstehst und weißt, dass es jetzt real ist, verspürst du absolute Freude. Jetzt wird in Jeddeloh erstmal zwei Tage nur noch gefeiert“, sagte Schnabel und streifte sich eines der Meistershirts mit der Aufschrift „Ein Dorf rockt jetzt die Regionalliga“ über.

Und der ehemalige Torjäger sollte Recht behalten. Auf der Rücktour im Jeddeloher Partybus dachte niemand an morgen. Auf der knapp dreistündigen Fahrt sah man in viele fröhliche Gesichter, die sich schon darauf freuten, in Jeddeloh II in der Gaststätte zum Goldnen Anker noch einmal Vollgas zu geben.

Eine Überraschung gab es für den Oberliga-Meister noch in Oldenburg. In Eversten hatten die Fans einen Autokorso gebildet, der den Mannschaftsbus lautstark und mit blau-weißen Fahnen geschmückt bis zum Goldnen Anker eskortierte, wo die Party laut Schnabel noch „sehr lange“ weiterging.

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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