Husbäke Sport verbindet, baut Freundschaften und Zusammenhalt auf und macht Spaß. Schon seit mehr als 90 Jahren gilt das auch in dem beschaulichen Örtchen Husbäke. Doch an genau diesen Eigenschaften müssen die Vorstandsmitglieder des Sportvereins nun zweifeln. Der Vorstand besteht aus zwölf Mitgliedern, darunter drei Vorstandssprecher. Jedoch verlässt einer von ihnen bald den Sportverein, zwei Sprecher verbleiben. Es muss dringend Ersatz her. Findet sich kein Dritter, wird der Verein laut Satzung geschäftsunfähig. „Wir haben schon echt viel versucht. Ein neues Mitglied zu finden, erweist sich leider als äußerst schwierig“, berichtet Stefan Malz, einer der verbleibenden Sprecher. Die aktuellen Vorstandsmitglieder seien bereits seit vielen Jahren aktiv, die Posten würden nur noch hin- und hergeschoben.

Kein Erfolg

Dabei ist das Sprecheramt laut Malz gar nicht so schwierig. „Es geht vor allem darum, den Verein in geschäftlichen Angelegenheiten zu vertreten und bei den monatlichen Sitzungen dabeizusein.“ Schön wäre es zudem, wenn Veranstaltungen mitorganisiert und das Vereinsleben mitgestaltet würde. „Wir brauchen einfach einen weiteren Ansprechpartner“, bekräftigt Kerstin Stamer, die als Pressewartin im Vorstand tätig ist.

Alles zur TSG

Der Verein TSG wurde im Jahr 1927 gegründet, aktuell trainieren 384 Mitglieder in verschiedenen Sparten.

Das Sportangebot umfasst Fußball, Tischtennis, Tischkicker, Kinderturnen, Karate, Volleyball, Gymnastik und Rückenfitness.

Eine Mitgliedschaft kostet 55,50 Euro pro Jahr für Erwachsene, 32,30 Euro für Kinder und 115,50 Euro pro Jahr für Familien. Passive Mitglieder zahlen 21 Euro pro Jahr.

Es müssen keine besonderen Voraussetzungen erfüllt werden, da die Bandbreite der Aufgaben des Vorstandes vielfältig ist. Ein direkter Wohnsitz in Husbäke ist ebenfalls nicht erforderlich.

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Neben dem Vorstandsproblem gibt es jedoch weitere Aspekte, die Stamer und Stefan Malz Kopfzerbrechen bereiten: Der Sportverein organisiert regelmäßig Veranstaltungen, darunter die Sportwoche oder das Tischkickerturnier. Doch auch wenn diese Events mit viel Mühe und Engagement geplant werden, sind sie nicht mehr von dem erhofften Erfolg gekrönt.

Grund: Es kommen schlichtweg kaum noch Besucher. „Und die, die dann kommen, bringen zum Teil noch ihre eigene Verpflegung mit“, ärgert sich Malz. Der Versuch, mit Würstchenbuden und Kuchenständen die Vereinskasse etwas zu füllen, scheitert in diesen Fällen.

Als Beispiel nennt Malz die 90-Jahr-Feier, die 2017 ausgerichtet wurde. „Wir haben zwei Tage alles aufgebaut“, erinnert er sich. Doch letzten Endes kamen von den rund 400 Mitgliedern nur etwa 40 Leute, von denen 15 an den Aufbauarbeiten beteiligt waren. Dieses Event blieb nicht das einzige mit einer solch niedrigen Erfolgsquote. Die Anfahrt spiele eine entscheidende Rolle, da die meisten der Mitglieder gar nicht aus Husbäke, sondern teils aus dem gesamten Landkreis kommen. „Den meisten Leuten ist das wahrscheinlich zu viel Aufwand“, spekuliert auch Stamer.

In den vergangenen drei Jahren habe der Verein 50 Mitglieder verloren, berichtet Malz. Der Kampf um das Weiterbestehen wird auf allen Ebenen geführt: Menschen werden direkt angesprochen, es wird Werbung in sozialen Netzwerken gemacht. Zum Anwerben eines neuen Vorstandssprechers wurde jüngst sogar ein „offener Brief“ aufgesetzt, ausgedruckt und als Handzettel in 350 Briefkästen in Husbäke eingeworfen. Ein positives Resultat bleibt bislang aus.

„Wir brauchen frische Ideen“, fährt Malz fort, denn mit den eingespielten Leuten, die bereits seit 17 Jahren mit im Vorstand sitzen, blieben effiziente Verbesserungsvorschläge aus.

Trost gefunden werden kann nicht einmal mehr im Teamgeist der Mannschaften. Das Vereinsleben leidet. Nach dem Training führt der Weg direkt nach Hause. Zusammensitzen, klönen, etwas trinken: das wird immer weniger. „Wo ist das Herzblut?“, fragt sich Stefan Malz.

Großer Zusammenhalt

Er erzählt begeistert von früheren Zeiten, in denen im Verein ein „phänomenaler“ Zusammenhalt herrschte. Auf dem Feld wie außerhalb des Trainings und der Spiele verband die Mannschaftsmitglieder eine enge Freundschaft. Eine lebendige und erfolgreiche Geschichte des Sportvereins, wie es scheint.

Die TSG ist nicht der einzige Verein, der Probleme hat. Weniger Mitglieder und schlechte Zukunftsaussichten beschäftigen auch die Vereine im Umkreis. „Das ist echt beängstigend“, beschreibt Malz seine Sorgen.

Die Türen des Vereins zu schließen ist aber trotz allem keine Option, da sind sich Kerstin Stamer und Stefan Malz einig.  Sie könnten sich vorstellen, bei der TSG mitzuwirken? Fragen beantwortet Stefan Malz unter Telefon  04405/489730 oder per Handy unter Telefon   unter 0174/9669333.

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