Edewecht So laut war es in der Edewechter Heinz-zu-Jührden-Sporthalle lange nicht mehr: Als Torben Lemke einen Ball abfing und freistehend zum 22:22 verwandelte, kannte die Stimmung kein Halten mehr. Der Rückraumspieler des VfL Edewecht jubelte mit ausgestreckten Armen und pushte die Fans noch weiter. Szenen, wie diese, waren sinnbildlich dafür, warum sich die Oberliga-Handballer des VfL Edewecht mit 23:23 (15:12) am Donnerstagabend gegen den ATSV Habenhausen einen ganz wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt verdient haben.

Trepper coacht

Für ein wenig Verwunderung sorgte es am Donnerstagabend in der Heinz-zu-Jührden-Sporthalle, dass der Sportliche Leiter des VfL, Utz Trepper, und nicht Trainer Tobias Weihrauch auf der Edewechter Bank saß. Damit kein Unruhe aufkam, erklärte Trepper sofort: „Tobias war heute einfach aus familiären Gründen verhindert und wird in den beiden letzten Spielen der Saison aber wieder auf der Bank sitzen.“

Anfang der Woche hatte der TvdH Oldenburg vermeldet, dass Weihrauch nach der Saison als Spieler beim Verbandsligisten anheuern und den VfL Edewecht verlassen wird. „Wir wussten von Tobis Entscheidung seit Januar. Wir sind sehr traurig, weil wir gerne mit ihm weitergemacht hätten. Aber wir verstehen seine Situation vollkommen“, sagte Trepper. Ein Bruch zwischen dem VfL und Weihrauch habe es nie gegeben, betonte Trepper zudem.

Begeistert von der Kulisse im Duell mit dem Vizemeister war auch der Sportliche Leiter des VfL, Utz Trepper, der für den verhinderten Tobias Weihrauch das Coaching übernommen hatte (siehe Infobox). Darüber, was ihn besonders begeistert hatte, brauchte er nicht lange nachzudenken: „Die Atmosphäre war unfassbar. Das Team hat das Publikum lange nicht mehr so begeistert und mitgenommen“, lobte er seine Schützlinge: „Das geht nur über die Bereitschaft und Leidenschaft und die haben wir heute toll an den Tag gelegt.“

Wichtiger Punktgewinn

So wichtig der eine Punkt am Ende auf dem Weg in Richtung Klassenerhalt gewesen sein könnte. Die Edewechter hätten durchaus auch gegen den Favoriten gewinnen können. Bei noch 35 Sekunden Spielzeit bekam der VfL den Ball beim Stand von 23:23 noch einmal zurück. Trepper nahm eine Auszeit. „Wir wollten das Risiko minimieren und auf keinen Fall noch einen Gegenangriff zulassen“, erläuterte er den Plan für den letzten Spielzug bei dem nur noch zwei Pässe bis zum Zeitspiel möglich waren. Am Ende landete der Ball bei Renke Bitter, dessen Wurf jedoch geblockt wurde. Auch der zweite Angriff endete bei Sven Ahlers ohne Treffer.

So kamen die Gäste noch einmal mit zehn Sekunden Restzeit an den Ball. Erst packte Tobias Meyer zu hart zu und sah für seine dritte Zeitstrafe einen Platzverweis. Das Spiel war aber noch nicht zu Ende. Louis Kamp musste noch einmal gegen Lukas Feller zupacken. Es gab also noch einen Freiwurf mit dem Schlusspfiff, den die Edewechter jedoch blocken konnten. „Da rutscht einem das Herz natürlich doch nochmal in die Hose“, gab am Ende auch Trepper zu, der aber mit dem einen Punkt gut leben konnte: „Wer weiß, wofür der eine Punkt am Ende noch gut sein kann.“

Tempo und Einsatz

Ruhige Momente erlebte der Sportliche Leiter bei seinem Trainerdebüt in dieser Saison aber nur selten. Beide Teams sprühten vor Energie und gingen von Beginn an volles Tempo und langten auch in der Defensive richtig zu. Nach einem 1:4-Rückstand hatte sich der VfL beim 8:8 durch Renke Bitter (13.) wieder herangekämpft. Auch als Nils Goepel in der 19. Minute die rote Karte sah, weil er seinen Gegenspieler im Zweikampf mit der Faust im Gesicht getroffen haben soll, steckte der VfL gut weg. Bis zur Pause konnten sich die Ammerländer sogar auf 15:12 absetzen.

Nach dem Seitenwechsel verloren die Edewechter häufig die nötige Ruhe und wurden teilweise mit fragwürdigen Zeitstrafen vom nur selten mit gleichem Maßstab bewertenden Schiedsrichterduo Enrico Marcks und Manuel Morgenstern belegt. Nicht von der Nervosität ließ sich VfL-Torhüter Finn-Luca Schwagereit anstecken. Der Keeper ging angeschlagen in die Partie, musste kurz nach der Pause einen Kopftreffer hinnehmen, war aber häufig kaum zu überwinden.

Doch beim 21:22 durch Habenhausens Janik Schluroff (52.) übernahmen die Gäste erstmals wieder die Führung. Die Edewechter zeigten jedoch Willen, Einsatz und Leidenschaft und verdienten sich in der spannenden Schlussphase zumindest noch den einen Punkt.

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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