Ötztaler-Radmarathon
Ammerländer erfolgreich im Unwetter

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Und los geht’s: 238 Kilometer haben die Radfahrer beim Start noch vor sich.Bild: Privat
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Ammerland /Sölden Was für Triathleten Hawaii oder für Läufer der New-York-Marathon ist, ist für Radsportler der Ötztaler. Seit 38 Jahren quälen sich Rennradfahrer bereits über die legendären 238 Kilometer. Start und Ziel ist im österreichischen Sölden. Dann geht es über die Pässe Kühtai, Brenner, Jaufen und Timmelsjoch. Insgesamt kommen da 5500 Höhenmeter zusammen – die Strecke ist härter als jede Königsetappe bei der Tour de France.

Trotzdem stehen Radsportler aus der ganzen Welt Schlange für einen Startplatz. Um die 20 000 Bewerbungen gibt es jedes Jahr. 4500 aus 36 Nationen durften im Morgengrauen in Sölden an den Start gehen. Sechs Ammerländer waren mit dabei. „Das muss man einmal im Leben gemacht haben“, so Reinhold Böckmann. Der 65-Jährige aus der Gemeinde Zwischenahn war der älteste Ammerländer in Tirol.

Doch während bei uns die Menschen an den Seen oder im Garten die Sonne genossen, schauten die Radler besorgt auf den Wetterbericht. Ein Tag vorm Start lag Schnee auf der 2509 Meter hohen Passstraße am Timmelsjoch, Dauerregen drohte in Sölden.

Beim Start am vergangenen Sonntag blieb es immerhin (zunächst) trocken. Bei gerade mal fünf Grad waren aber dicke Jacke, Handschuhe und Mütze unterm Helm Pflicht. Und Regenschutz: Denn bereits nach einer guten Stunde steckten die 4500 Teilnehmer am Kühtai in einer dicken Wolke. An der ersten Verpflegungsstation auf dem 2020 Meter hohen Pass waren alle durchgenässt. Dann folgte auf glitschigen Straßen die Abfahrt nach Innsbruck – bei minimaler Sicht.

Zwischendrin hörte der Regen zwar mal auf – um dann einen Pass später wieder neu einzusetzen. Auf dem Timmelsjoch gerieten einige Teilnehmer sogar in einen Hagelschauer. „Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich mit meiner Frau einen Wellnesstag gemacht“, meinte der Edewechter Knut Trepper. Er fährt seit Jahren mit beim Ötzi. Statt seine Vorjahreszeit von 9.25 Stunden unter die Neun-Stunden-Marke zu drücken, kam er in 10.32 Stunden ins Ziel – auch das war dem Wetter geschuldet. Immerhin reichte es für Platz 790 in seiner Altersklasse. Drei Minuten schneller war Rainer Meyer (ESV Edewecht, 766. in seiner Altersklasse). Frank Pippel (Radsportfreunde Edewecht) schaffte die „Tortour“ in 10.54 Stunden (Platz 468 in der Altersklasse M II) und Andreas Lauven aus Edewecht kam in 12.59 Stunden noch kurz vor Zielschluss in Sölden über die Linie. Da war Reinhold Böckmann (ESV) schon über eine Stunde im Ziel. Der Oldie schaffte bei seinem ersten Ötzi eine Zeit von 11.48 Stunden und einen 75. Platz bei den Männern Ü60.

Ein Ammerländer allerdings blieb – wie rund 1000 weitere Starter – quasi auf der Strecke. Jasper Rittner (FC Rastede Triathlon) gab nach einem Sturz am Brenner auf. Immerhin hatte er sich das begehrte Finishertrikot schon vor einigen Jahren sichern können.

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