Ammerland Vor mehr als 100 Jahren wurde im Ammerland der erste Fußballverein gegründet. An diesem Samstag, mehr als 70 Jahre nach seiner Gründung, blickt der Fußballkreis Ammerland seinem Ende entgegen. Stimmen seine Mitglieder auf der Versammlung im Spohler Krug ab 11 Uhr der Auflösung zu, wollen die Ammerländer ab der nächsten Saison ein Teil des neuformierten Großkreises Jade-Weser-Hunte sein. Ein Blick in die Historie zeigt, wie sich der Ammerländer Fußball seit 1906 entwickelt hat.

Die Anfänge

Der erste Fußballverein im Ammerland war der in 1906 gegründete TV Apen-Augustfehn. Georg Siems, der gerade aus Amerika zurückgekehrt war, hatte mit einer Handvoll Fußballpionieren das runde Leder im Ammerland ins Rollen gebracht. Vier Jahre danach wurde in Westerstede der 1. FC Westerstede gegründet. Das erste Spiel der Westersteder gegen den TV Apen-Augustfehn endete 0:0.

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Nach dem ersten Weltkrieg fand auch die Bevölkerung Geschmack am Fußball, und die Zuschauerzahlen stiegen. Bis 1931 kamen der VfL Bad Zwischenahn und der SV Rastede hinzu. Feste Organisationsstrukturen waren aber noch nicht vorhanden.

Nachkriegszeit

Die Fußballszene im Ammerland entwickelte sich langsam weiter – bis der 2. Weltkrieg kam. Die wenigen sportbegeisterten jungen Männer, die unversehrt aus dem Krieg in ihre Heimat zurückkehrten, begannen im Sommer 1945 wieder mit dem Fußballspielen. Die zusätzlich in das Ammerland kommenden Flüchtlinge und ehemaligen Wehrmachtsangehörigen gesellten sich dazu und brachten eine hohe Spielkultur mit, so dass die Bildung von Mannschaften in verschiedenen Orten des Ammerlandes möglich war.

Im Herbst 1945 durften dann mit Genehmigung der Militärregierung Rundenspiele mit Punktwertung ausgetragen werden. Im Frühjahr 1946 wurde offiziell mit Zustimmung der noch amtierenden Besatzungsmacht ein Kreisvorstand unter dem Vorsitz von Hermann Blase gebildet und von den Vereinsvertretern gewählt.

Im Jahre 1949 waren mit dem TuS Ofen, TV Aschhausen, TuS Ocholt, TSG Westerstede, SVE Wiefelstede, VfL Edewecht, FC Rastede, Vorwärts Augustfehn und VfL Bad Zwischenahn bereits neun Vereine in der 1. Kreisklasse vertreten. 1950 waren es schon 17 Männer- und 19 Jugendmannschaften.

1950 bis 1980

Das Ammerland zählte im Jahr 1956 zwölf Vereine mit 1248 Mitgliedern und 48 spielenden Mannschaften. Im Kreissportbund nahm der Fußball in den Folgejahren bereits eine führende Stellung ein. Zahlenmäßig hinter den führenden Turnern liegend, waren es bereits mehr als ein Viertel aller Sportler, die sich zum Fußball bekannten.

Ende der 1950er Jahre waren auch die größten Schiedsrichtersorgen überwunden. Ein umfangreiches Lehrprogramm hatte dazu beigetragen, dass der Kreis über etwas mehr als 50 Unparteiische verfügte. Vier Referees waren es gewesen, als der Kreisverband 1946 aus der Taufe gehoben wurde.

Im Jahr 1970 wurden die ersten Frauenmannschaften im Kreis gegründet. Der FC Godensholt war hier gemeinsam mit dem FSV Westerstede nicht nur im Kreis Ammerland Wegbereiter für den Frauen- und Mädchenfußball. Das erste offizielle Frauenfußballspiel fand am 30. August 1970 auf dem Sportplatz in Godensholt statt. In dieser Partie gewannen die Kickerinnen des FC Godensholt gegen den STV Barßel mit 5:1.

1976 wurde erstmals das Endspiel um den vom Landkreis Ammerland gestifteten Ammerlandpokal ausgetragen. Im Finale besiegte der VfL Edewecht den TuS Lehmden mit 3:1.

Beherrschendes Thema von 1977 bis 1979 sollte die Verwaltungs-und Gebietsreform in Niedersachsen sein. Diese sah eine Ausweitung des Ammerlandes auf das Gebiet Südfrieslands (Friesische Wehde, Stadt Varel) vor. Nach einem Beschluss des obersten Verbandsorgans des NFV sollten die Fußballkreise mit den neugegliederten politischen Kreisen identisch sein. Das bedeutete, dass neben den im Kreis Oldenburg-Stadt spielenden sieben Vereinen aus dem Ammerland noch acht Vereine aus dem Süden Frieslands einzugliedern waren. Der Staatsgerichtshof in Bückeburg entschied im Februar 1979 jedoch, dass die vom Niedersächsischen Landtag beschlossene Neugliederung des Raumes Ammerland-Friesland verfassungswidrig war. Alle Planungen waren also dahin. Die sieben Ammerländer Vereine, die bisher zum Fußballkreis Oldenburg-Stadt gehörten, wurden allerdings entsprechend ihrer kommunalpolitischen Zugehörigkeit mit Beginn des Spieljahres 1979/1980 in den NFV-Kreis Ammerland eingegliedert.

1981 bis 2000

1985 gehörten bereits 37 Fußballvereine dem Kreisverband mit insgesamt 7811 Mitgliedern an. Das bedeutete eine Steigerung gegenüber 1976 um rund 93 Prozent. 119 Männer-, 22 Frauen- und 165 Jugendteams jagten dem runden Leder nach.

Im Sommer 1986 wurde im Kreisvorstand der Gedanke geboren, eine zentrale Geschäftsstelle auf der Westersteder Hössensportanlage einzurichten, da der Verwaltungsaufwand immer größer wurde. Unter der Federführung des 2. Vorsitzenden Hans-Erich Meilahn wurden Verhandlungen mit dem Landkreis Ammerland und der Stadt Westerstede aufgenommen und erfolgreich abgeschlossen, die zur Eröffnung der Geschäftsstelle am 1. Februar 1987 führten. Geschäftsführer ist bis heute Dieter Schwengels.

Im Sommer 1996 feierte der NFV-Kreis Ammerland sein 50-jähriges Jubiläum mit mehreren Sport- und Festveranstaltungen in Bad Zwischenahn. Die Ehrenveranstaltung des Fußballkreises, an der viele Persönlichkeiten aus Sport, Politik und Wirtschaft teilnahmen, fand in der Wandelhalle statt. Von allen Seiten wurde betont, dass der Fußball eine hervorgehobene soziale Funktion habe und man deshalb alles tun müsse, um die Arbeit in den Vereinen zu unterstützen.

2001 bis heute

In 2011 spielten in 36 Vereinen 337 Mannschaften Fußball, davon waren 237 Jugendteams sowie 100 Vertretungen bei den Männern und Frauen. 9143 Fußballer zählte der Kreisverband. Drei Jahre später reduzierte sich die Anzahl der Mannschaften auf 325. Dieser Negativtrend hält bis heute an. Vor allem im Mädchenbereich ist seit 2012 ein kontinuierlicher Abwärtstrend zu verzeichnen. Der Mitgliederbestand insgesamt sank in 2015 auf 8832 Personen ab.

Sportliches Aushängeschild des Ammerlandes ist der SSV Jeddeloh. Der Höhenflug begann mit dem Aufstieg 2002 in die Kreisliga. Danach folgte bis 2006 der Sprung in die Bezirksliga. Über die Landesliga ging es weiter in 2012 in die Oberliga, und in 2017 schafften es die Kicker vom Küstenkanal sogar, durch die Meisterschaft in dieser Spielklasse in die Regionalliga aufzusteigen und in die erste Runde des DFB-Pokals einzuziehen.

Auf dem Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes 2014 in Barsinghausen wurde Dieter Tempel vom NFV-Präsidenten Karl Rothmund mit der goldenen Ehrennadel des Niedersächsischen Fußballverbandes ausgezeichnet. Dieter Tempel ist der dienstälteste Schatzmeister von allen Fußballkreisen in Niedersachsen gewesen. Bereits Anfang 1973 trat er als erst 29-Jähriger die Nachfolge von Günter Stoffers an.

Nach dem Rücktritt von Wolfgang Mickelat am 2. Juni 2015 in Zusammenhang mit den Fusionsbestrebungen im Nordwesten übernahm Schatzmeister Tempel zunächst kommissarisch den Vorstandssitz und wurde dann im Juli vom Kreistag offiziell in dieser Funktion bestätigt. Er ist der letzte Vorsitzende in der Geschichte des Fußballkreises Ammerland.

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