Gristede „Pump mir Dein Gesicht, ich will die Großmama erschrecken“, hieß es am Donnerstagabend auf der Bühne der Kulturscheune von Gut Horn in Gristede. Dort bescherte der unvergleichliche Kabarettist, Humorist und Entertainer Robert Kreis vor ausverkauftem Haus rund 200 Zuhörern einen amüsanten, äußerst unterhaltsamen Abend.

Der in Berlin lebende Niederländer hat sich dem Genre der goldenen 20er Jahre verschrieben. Mit seinem neuen Soloprogramm „Rosige Zeiten“, das im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungsreihe „Gut Horn Hör’n“ stand, zog er auch kritische Parallelen von den 20er Jahren zu aktuellem Geschehen wie die Flucht vor den Nazis damals und die Bootflüchtlinge heute. „Rosige Zeiten, wo man hinsieht, lauter Pleiten“, war sein Kommentar.

Mit aufgemaltem Menjou-Bärtchen als Markenzeichen, reichlich Pomade im Haar, dramatischem Blick und umwerfender Mimik entführte der Meister der Coupletkunst mit feiner Ironie in die Welt der witzigen Couplets, amüsanten Schlager, frivolen Texte und frechen Persiflagen. Dabei transportierte der unnachahmliche Humorist mit Bravour große Kleinkünstler der Weimarer Zeit auf die Bühne der Gristeder Kulturscheune. So brachte er Willy Rosens Parodie auf den einstigen Tenor Robert Tauber als grenzenlos überzeichnete Kolportage auf die Spitze und damit das Publikum zum Lachen. Auch mit so herrlich albernen Titeln aus dem Fundus verstaubter Archive wie „Was macht die Bella so spät im Keller?“, „Trudelchen, was macht Dein Pudelchen?“ oder dem Nonsensschlager „Ach, Sie sind mir so bekannt“ von Hermann Leopold amüsierte sich das Publikum köstlich. Natürlich durfte der Lachfoxtrott „Dudududeldu“ nicht fehlen, den er passend am „Geflügel“ begleitete.

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Veranstalterin Renate Franz von Gut Horn kündigte diese Sommerveranstaltung als besonderes Highlight an: „Viele kennen Robert Kreis, denn er steht seit dreißig Jahren mit über 7500 Vorstellungen auf der Bühne. Er ist sozusagen ein alter Hase“. Und dazu bekannte Kreis selbst: „Nichts ist schöner, als auf der Bühne zu stehen und die Zuhörer für zwei Stunden glücklich zu machen.“ Und das gelang mühelos, wie mit dem Text aus einem antiquarischen Vortragsbuch: „Wenn die Frauen verbleichen, verduften die Männer, aber wenn die Männer verduften, blühen die Frauen wieder auf.“

Ganz still wurde es in der Scheune, als der 65-Jährige mit dem bekannten Schlager von Werner Richard Heymann aus dem Jahr 1932 auch nachdenkliche Töne anschlug. Darin heißt es: „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“. Mit dem ebenfalls bekannten Titel von Otto Reuter – „In 50 Jahren ist alles vorbei“ – als Zugabe verabschiedete sich Kreis von einem begeisterten Publikum.

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