Rastede Ja, so ist das, wenn erwachsene Kinder in dem plattdeutschen Theaterstück „De Titanic dröff nich unnergahn“ glauben, ihre alte Oma sei ein bisschen „tüdelig“ und merkt es nicht, dass sie ihre geliebte 150 Jahre alte Gaststube verkaufen wollen.

Rosalinde Finkenstädt (Hildegard Kröger) – auch Oma Rosa genannt – glänzt zu Beginn im neuen Stück der Späälkoppel des Heimatvereins Rastede mit einem grandiosen Auftritt als Demenzkranke. Hinter der Bühne im Hof von Oldenburg in Rastede erklingt der Titelsong des Katastrophendramas Titanic „My Heart Will Go On“ der Popsängerin Celine Dion. Sie ruft laut nach Jack (im Film Leonardo DiCaprio) und fragt: „Ist heute nicht der 15. April 1912? Der Untergang der Titanic?“

Noch sechs weitere Aufführungen

Weitere Aufführungen gibt es am Freitag, 11. November, 20 Uhr; Sonntag, 13. November, 16 Uhr; Freitag, 18. November, 20 Uhr; Sonntag, 20. November, 16 Uhr; Freitag, 25. November, 20 Uhr; Sonntag, 27. November, 16 Uhr. Sonntags werden auch Kaffee und Kuchen angeboten. Einlass: 14 Uhr.

Karten gibt es im Vorverkauf im Mini-Markt in Rastede, Anton-Günther-Straße, sowie an der Abendkasse. Der Eintritt kostet sieben Euro pro Person.

Elvira (Ute Eisenberg), die mit ihrem Mann Hermann (Helmut Wemken) das Lokal führt, ist verzweifelt. Sie testet den Fortschritt der Krankheit und fragt nach dem Wochentag: „Da möchte ich den Telefonjoker einsetzen“, antwortet die Oma im Stil der Sendung „Wer wird Millionär“.

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Plötzlich tritt Josef Schaffernicht (Norbert Neumann) aus Leipzig als möglicher Käufer des Lokals in einem Leopardenmuster-Anzug auf, mit großer Sonnenbrille und Lackschuhen. Der typische „Dichtholler“ (Zuhälter). Neumann bringt über fast drei Stunden exzellentes Sächsisch auf die Bühne und bekommt besonderen Applaus. Sogar Elvira lässt sich von Josef betören: „Tollen Keerl is er ja“.

Es ist schon merkwürdig, dass aus der ehrenwerten Gaststätte „Titanic“ ein „Swinger-Club“ werden soll, wie Gabriele Sander (Sabine Richter) vermutet. Sie ist die Vorsitzende einer Frauengruppe. „Ich bin froh, dass ich geschieden bin“, lässt sie verlauten. Begriffe wie Sodom und Gomorra und Swienkrom fallen. Eine der Frauen möchte Hermann den „Schniedel“ mit einer Astschere abschneiden. Der Frauenrechtlerin gefällt gar nicht, dass die zwei „Bordsteinschwalben“ Angela (Ingeborg Kohn) und Tina (Astrid Schneider) auftreten und sogar Pastor Tobias Nackenhorst (Günther Hartmann) sich, in seinem Portemonnaie suchend, fragt, ob denn wohl 150 Euro ausreichen würden. Letztlich entwickeln Angela und Wilfried Specker (Peter Icken) noch Gefühle zueinander. Und als Oma Rosa wieder auftritt, kann man nicht glauben, was sie mit Krankenschwester Conny (Tanja Bruns) ausgeheckt hat.

Späälbaas Bernd Evers hat die Talente der Schauspieler wunderbar herausgekitzelt. Textsicherheit (Toopustersche Elfriede Meinert hatte wenig zu tun) und Ausdruck überzeugen. Das Bühnenbild von Dieter Ramke ist – auch wenn es sich vermeintlich um einen Swinger-Club handelt – liebevoll gestaltet. Das Publikum dankte es am Premierensonntag mit Szenenapplaus, Lachsalven und langen Ovationen.

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