Westerstede /Aurich Das Gut Fikensolt bei Westerstede umfasst nicht nur eine lange Geschichte zurück bis ins 12. Jahrhundert, sondern auch eine tragische Sage um die „Braut von Fikensolt“. Aus dieser zauberhaften und zugleich dramatischen Geschichte hat die Freilichttheatergemeinschaft Westerstede ein Theaterstück inszeniert, das am Samstag, 22. Juni, in Westerstede auf dem Marktplatz Premiere feiert.

Spielzeiten vom Theaterstück:

Die Braut von Fikensolt basiert auf einer Sage, die einen geschichtlichen Kern hat. Die Vorlage für das Theaterstück stammt aus der Feder von Erika-Janna Petersen. Regie führt Elke Münch aus Wilhelmshaven.

Premiere wird am Samstag, 22. Juni, gefeiert. Weitere Termine sind: Sonntag, 23. Juni, Mittwoch, 26. Juni, Freitag, 28. Juni, Samstag, 29. Juni, Sonntag, 30. Juni, Mittwoch, 3. Juli, Freitag, 5. Juli, und Sonntag, 7. Juli. Alle Aufführungen beginnen jeweils um 20 Uhr.

Karten für das Stück können reserviert werden. Diese gibt es bei der Touristik Westerstede im Rathaus, an allen Reservix-Vorverkaufsstellen und online.

Die Braut zum Stück kommt aus Aurich und heißt Stephanie von Doorn. Wie ist es für sie, sich in diese uralte Sage reinzudenken, eine mittelalterliche Rolle zu spielen und den Charakter der „Braut von Fikensolt“ nachzuempfinden? Die NWZ hat mit der Schauspielerin gesprochen.

Stephanie von Doorn ist mit dem Theater aufgewachsen. Ihre Großmutter und ihre Eltern spielten an der Heimatbühne in Moordorf (Landkreis Aurich). „Ich bin immer mit zu den Proben genommen worden und habe schon als Kind viel mitgemacht“, erzählt die 32-Jährige, wie sie zum Theaterspielen gekommen ist. So hat sie dieses Hobby für sich entdeckt und stand später selbst auf der Bühne.

Wenn sie nicht gerade auf der Bühne steht, arbeitet von Doorn beim Abfallwirtschaftsbetrieb für den Landkreis Aurich. Sie ist dort Beraterin und für die Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Momentan ist sie mit ihren zwei Kindern zu Hause – Vollzeitmama, aber weiterhin leidenschaftliche Laienschauspielerin. „Es ist einfach mein Leben, es gehört zu mir“, sagt sie.

Seit 2009 arbeitet sie mit der Regisseurin Elke Münch zusammen, die auch das Stück „Die Braut von Fikensholt“ inszeniert. So wirkte von Doorn auch beim Freilichttheater in Wiesmoor oder bei einem großen Stück in Timmel mit. Über das Angebot, in Westerstede die Braut von Fikensholt zu spielen, freute sie sich und sagte zu – trotz der langen Anfahrten von 45 Minuten zu den Proben. Aber das wollte sie auf sich nehmen. Zwei weitere Schauspielkollegen aus Aurich wirken ebenfalls beim Westersteder Stück mit. In den vergangenen Wochen hätte die Theatergruppe drei- bis viermal die Woche geprobt.

Worum es bei der Fikensolter Sage geht, darüber musste sie sich erstmal schlau machen. „Ich habe mich darüber informiert, was die Sage bedeutet, damit ich mich in das Stück reinfinden kann“, sagt die Schauspielerin. Generell helfe ihr bei der Rollenfindung auch die Regisseurin: „Elke Münch gibt einem immer das Gefühl, dass man die Person ist, die man verkörpern soll. So fühlt man sich schnell wohl in seiner Rolle.“

Aber wer ist die Braut von Fikensolt, Jungfer Margerite von Wittenheim? Sie ist eine junge Frau, die sich verliebt und den Mann ihrer Träume findet, erzählt von Doorn. Doch dann soll sie gegen ihren Willen verheiratet werden, aus politischen Gründen. „Das ist ja in einigen Ländern immer noch der Fall“, nimmt von Doorn auch Bezug auf heutige Zeiten. Es wird alles versucht, die Zwangshochzeit zu verhindern, und letztendlich darf sie dann doch den Mann heiraten, den sie für sich erwählt hat. Das Happy End scheint zu greifen nah zu sein. Doch ihr Verlobter wird vergiftet und stirbt am Tag der Hochzeit.

„Es ist eine sehr tragische Rolle“, sagt die 32-Jährige. „Zuerst darf sie nicht leben, wie sie möchte. Und als es dann doch so weit kommt, zieht ihr das Schicksal einen Strich durch die Rechnung.“ Eine echte „Gefühlswanderung“, so von Doorn. Natürlich gebe es auch lustige Passagen, aber es sei schon ein ernsthaftes Stück.

Sich in die mittelalterliche Geschichte einzufinden, fällt der jungen Mutter nicht schwer. „Ich habe tatsächlich eine Zeit lang viel mittelalterliche Musik gehört. Das höre ich manchmal, um da wieder ein bisschen reinzukommen.“ Und Mittelaltermärkte habe sie sowieso schon immer toll gefunden. „Wenn man da ist, zieht einen das ganz einfach rein“, erklärt sie. So sei das auch auf der Bühne. „Wenn man die Kostüme an hat und die Kulissen stehen, ist das Gefühl ganz schnell da.“

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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