Westerscheps Ende gut, alles gut. Dieser Spruch könnte nicht besser zur Premiere des Westerschepser Theaterensembles passen, die zum vielseitigen Programm der dreitägigen Groden Ammerschen Arntefier gehörte. Obwohl das Dach des Festzeltes noch nicht aufgezogen war, stand die Dekoration am Donnerstagmittag bereits auf der Bühne. Dann setzte Regen ein. Die „Smeerjungs“ des Vereins waren schnell zur Stelle, um das Bühnenbild mit Planen abzudecken. „Ohne deren Hilfe hätten wir einige Schwierigkeiten gehabt“, war Regisseurin Gunda Deeken über die spontane Hilfe sehr glücklich, zumal die Männer auch anschließend dabei halfen, das Zeltdach mit aufzuziehen.

Am Ende der Premiere trampelte das Publikum vor Begeisterung mit den Füßen auf den Boden. Das plattdeutsche Theaterstück „Ümmer wor nachts üm Klock veer“ (Immer wieder nachts um vier Uhr) von Rolf Sperling, Stefan Bergmüller und Jan Harrjes, wurde von der Theatergruppe des Heimatvereins „Vergnögde Goodheit“ Westerscheps mit viel Leidenschaft und Spiellust gezeigt. Die gelungene Premiere am Freitag im Festzelt an der Moorstraße in Westerscheps war der richtige Einstieg für die folgende „Groode ammersche Arntefier“, die am Sonntagabend endete.

Spielort des Dreiakters ist dabei die Wohnung des gutmütigen Thomas Lindemann (gespielt von Thomas Hollje). Er ist mit Tanja Bruns (Marion Flessner) befreundet, die jedoch nur am Wochenende kommt, während die Mutter von Thomas, Liselotte (Karin Hobbensiefken), sich um seine Wohnung kümmert. Seine Nachbarn, das Ehepaar Susanne (Gunda Deeken) und Frank Brehmer (Jürgen Eilers) haben Eheprobleme, worunter auch deren Tochter Tina (Bianca Raschke) leidet. Hausmeister Heinz-Willy Schmidt (Dirk Gnieser) buhlt ständig um Liselotte. Dabei sorgt nicht nur er für einige Verwirrung.

Der Funke der Begeisterung sprang schnell von der Bühne auf die Besucher über. Es machte einfach Spaß, die Laiendarsteller zu beobachten, wie sie mit eindrucksvoller Gestik und Mimik die besonderen Situationen im Stück herausstrichen. Und manches Mal hatten sie Schwierigkeiten, nicht selbst zu lachen. Da wurde es gern in Kauf genommen, auch einmal den Text zu vergessen. Margret Stockmann und Elke Gerdes standen links und rechts der Bühne bereit, um als Souffleusen zu helfen. Sehr häufig mussten sie nicht eingreifen.

Gab es bei den Proben kurz vor der Premiere in einigen Szenen doch noch Schwierigkeiten, war nichts mehr davon zu sehen. Gerade der zweite Akt hatte einige nicht ganz leichte Szenen, die am Freitag souverän gemeistert wurden. „Bei uns ist es immer so: Auch wenn es bei den Proben nicht klappt, bei der Premiere sind alle so konzentriert, dass es läuft“, war Gunda Deeken als Regisseurin mit dem Verlauf der Aufführung sehr zufrieden.

Wer die Premiere des Dreiakters „Ümmer wor nachts üm Klock veer“ verpasste, hat im November die Möglichkeit, sich eine Aufführung anzusehen. Dann steht das Westerschepser Laientheaterensemble um Gunda Deeken im Saal des Freilichtmuseums auf dem Wurnbarg wieder auf der Bühne.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.