Vreschen-Bokel „Das sind doch nicht nur ehemalige Eisenbahner, die sich für Modelleisenbahnen interessieren. Mich faszinierten Modellbahnen schon, als ich noch gar nicht bei der Bahn war“, lacht Peter Janßen.

1968 – mit 14 Jahren – hatte der Vreschen-Bokeler seine erste Modelleisenbahn von seinem Vater geschenkt bekommen, eine Trix für die Spur H 0. Das ist über 50 Jahre her.

Trix längst verkauft

Die Trix hat Peter Janßen schon lange nicht mehr. „Meine erste Trix habe ich nach einigen Jahren an einen Freund verkauft“ – die Begeisterung für Modellbahnen sei stets geblieben. „Noch stärker wurde meine Leidenschaft natürlich, weil ich jahrzehntelang für die Bahn gearbeitet habe, da interessiert man sich fast automatisch für Modellbahnen.“ Zudem lernte er viele Kollegen kennen, die diese Leidenschaft teilten. „Ich war zwar kein Lokführer, aber alles, was mit Zügen, Gleisen, Weichen und Bahnhöfen zu tun ist, ist meine Welt“, so der 64-Jährige, der nach wechselnden Tätigkeiten von 1971 bis 1994 Schalterbeamter im Augustfehner Bahnhof tätig war und vielen als wandelnder Bahnfahrplan bekannt ist.

Keine Zeit fürs Hobby

Doch Zeit blieb für das eigene Hobby während seiner Berufstätigkeit kaum. 1994 hatte Peter Janßen nach dem Ausscheiden aus den Diensten der Bahn das Reisebüro seines Onkels in Augustfehn übernommen, das er zu Jahresbeginn abgab. „Ich hatte immer vieles um die Ohren, die Tätigkeit bei der Bahn, dann die Selbstständigkeit, die Familie, Haus und Garten, mein kommunalpolisches Engagement und mein Engagement für den Schützenverein Augustfehn/Bokel, wo Janßen seit 31 Jahren Präsident ist.

Gleichgesinnte

Zusammen mit Gleichgesinnten – den ehemaligen Clubfreunden aus Augustfehn – trifft sich Peter Janßen privat jeden Dienstag zum Erfahrungsaustausch. Näheres verrät er unter Telefon   0 44 89/10 32.

Die Bahn habe immer eine große Rolle in seinem Leben gespielt, nicht nur aus beruflichen Gründen: Wenn die Familie unterwegs war, hieß das Zugfahren. Zudem organisierte Janßen selbst Zugfahrten (z.B. für den Schützenverein Touren für Kinder zu den Freizeitparks). „Und um die Modelleisenbahnen ging es, als unsere Kinder klein waren und später auch bei meiner Enkelin.“ Tagelang habe man sich gemeinsam mit der Lego-Eisenbahn beschäftigt.

Eine Zeit lang gehörte Peter Janßen dem Augustfehner Modellbau-Club an, der zum Freizeit- und Kulturkreis Bokel-Augustfehn gehörte. Auf dem Dachboden der Bürgerschule traf man sich vor allem, um das Augustfehner Bahnhofsgelände in Miniaturausgabe nachzubauen. Als der Club seine Räume verlor, weil sie anderweitig benötigt wurden, wurde das Bahnhofsmodell zu einem Modelleisenbahnfreund gebracht, Peter Janßen verließ damals aus Zeitgründen den Club.

Für später gesammelt

„Gesammelt habe ich jedoch immer rund ums Thema Modelleisenbahn – für spätere Zeiten.“ Ob auf Flohmärkten, im Urlaub oder auch sonst, wenn Sammlungen anboten wurden – Janßen griff oft zu und kaufte Loks und Züge, vor allem Sonderzüge, Weichen, Schienen, Häuser, Miniaturautos und vieles mehr für Modelleisenbahnanlagen. Zu seinen Schätzen zählen u.a. Modelle einer dunkelgrünen, historischen Elektro-Lok der Deutschen Bahn (DB E 44056), der Werkslok Anna  von der Firma Krauss-Maffei oder der Königlich-Bayrische Hofzug der Firma Arnold. Vieles weiß Peter Janßen zu seiner Sammlung zu erzählen, von der einiges in Glasvitrinen steht.

Diverses lagert in Kisten und Kartons – noch. „Unsere Sauna wird jetzt ausgebaut, die bekommt mein Sohn und ich mein Eisenbahnzimmer.“ Fast 50 Quadratmeter groß soll sie werden – seine Anlage. Ihre Unterstützung haben bereits Janßens Modelleisenbahnfreunde zugesagt, mit denen er sich seit Jahresbeginn wöchentlich trifft.

Bonner Bahnhof als Herzstück

„Das Herzstück wird ein Nachbau des Bonner Hauptbahnhofs, den habe ich von Schützenfreunden zum Geburtstags geschenkt bekommen und wochenlang zusammengebaut“, berichtet er. Ohne reales Vorbild würde dann drum herum seine Anlage entstehen. „Ideen dafür habe ich genug.“

Wann wird die Anlage fertig sein? „Einen Garten und eine Modelleisenbahnanlage verbindet eines. Fertig wird man nie. 25 Jahre habe ich bestimmt zu tun“, sagt er und strahlt.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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