Specken Wenn man es versteht, interessante Gäste zu einer Talkshow einzuladen, dann ist sichergestellt, dass es unterhaltsame Gespräche gibt. Maren und Sven Winter hatten am letzten Sonnabend zum „Junker Talk“ mit Lutz Ackermann, dem bekannten Moderator von NDR 1 eingeladen. Als Talkgäste kamen Rosanna Rocci, der prominente italienische Schlagerstar, Sabine Krüger, die inzwischen auch über die Grenzen des Ammerlandes bekannte „Grand Dame“ des plattdeutschen Bauernhaustheaters und vielseitige Künstlerin, Uwe Hübner, Fernseh- und Radiomoderator, sowie Jason Weaver, Dirigent und feinsinniger Klaviervirtuose.

Viele Zwischenahner, aber auch Gäste des Kurortes, waren in den „Junker van der Spekken“ gekommen, um zu hören, was der Talkmaster Lutz Ackermann den Talkgästen „jobmäßig“ und privat entlockte. Sensibel aber auch nachdrücklich stellte er seine Fragen. Sabine Krüger erzählte, dass man „zu ihrer Zeit“ die plattdeutsche Sprache beherrschen musste, sonst wäre man auf dem Lande vereinsamt. Sie spielt schon seit 30 Jahren am liebsten lustige Rollen, wagt sich aber auch erfolgreich ans ernste Fach. In „Meine tolle Scheidung“ monologisiert sie zwei Stunden auf Hochdeutsch über den Zusammenbruch einer Ehe, in der der Mann seine Frau wegen einer Mexikanerin verlässt. Beim „Dialog mit Hermann“ steht neben ihr ein geschlossener Sarg und sie bespricht die Probleme als Hinterbliebene – auf Plattdeutsch. Mit diesem Stück tritt sie in Bestattungshäusern bis nach Hamburg auf.

Sehr spannend erzählte Jason Weaver, Dirigent und Künstler der Meisterklasse am Klavier, aus seinem Leben. Auf einer Ranch in Arizona (USA) ist er aufgewachsen. Seit dem sechsten Lebensjahr spielt er Klavier. Er spricht ein fast akzentfreies Deutsch, das er nach eigenen Angaben beim Dirigieren gelernt hat. „Die Musiker mögen es nicht gern, wenn sie immer angestrengt lauschen müssen, um mich zu verstehen“, so Weaver. 15 Jahre war er 2. Kapellmeister am Staatstheater Oldenburg. Er ist ebenfalls leidenschaftlicher Jazz-Musiker. „Bei der Klassik spielt man die Noten, beim Jazz kann man so wunderbar improvisieren“, meinte der Musiker. Obwohl weder Vater noch Mutter Musiker sind, glaubt er an die „Schuld der Gene“. „Mein Onkel war Musiker“, unterstrich er seine „Gen-These“. Uwe Hübner ließ sich – ein wenig zu lange - über die Probleme in der Schlagerbranche aus und rügte die Medien, dass zu wenig deutsche Schlager gesendet werden.

Ein älterer Herr aus Oldenburg hatte Rosanna Rocci schon Anfang der 1990er Jahre beim „Sechs-Tage-Rennen“ in Bremen erlebt und fand: „Sie hat auch nach 25 Jahren noch das Temperament von damals“. Das bewies Rosanna mit ihren „Angeli in volo“ („Engel im Flug“). Bei „Arrividerci Hans“ tanzte das Publikum – zumindest gefühlt auf den Tischen. „Das Singen ist für mich ein Geschenk. Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die das hören wollen“, sagte sie. Als „Wohnzimmeratmosphäre“, in der sie sich sehr wohl fühle, bezeichnete Rocci die Talkveranstaltung. Das Wirtepaar hat einen guten Start hingelegt, man wünscht sich mehr davon.

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