Süddorf Am Ende stand ein versöhnlicher Abschluss: „Ich bitte den Gemeindekirchenrat und seinen Vorsitzenden Achim Neubauer um Verzeihung und würde ihm jetzt, wenn er nicht schon zu einem anderen Termin gemusst hätte, die Hand reichen. Auch wenn das Rad nicht zurückzudrehen ist, gilt: Alles, was zwischen uns stand, ist erledigt“, Das sagte der ehemalige Edewechter Gemeindekirchenratsvorsitzende Dirk v. Grone am Ende eines Gemeindegottesdienstes in der Süddorfer Martin-Luther-Kirche.

Aufgrund seiner früheren Verdienste als Gemeindekirchenratsvorsitzender war der Süddorfer von Kreispfarrer Lars Dede während des Gottesdienstes offiziell verabschiedet worden. Dirk v. Grone gehörte von 2006 dem lutherischen Kirchenrat als Kirchenältester an, war von 2009 bis 2014 dessen Vorsitzender und war im Frühjahr 2016 auf eigenem Wunsch aus dem Gremium ausgeschieden. Nach Angaben des Kreispfarrers sei das ehrenamtliche Engagement v. Grones in der Kirchengemeinde ein Fulltimejob gewesen. Mit enormer Leistungsbereitschaft habe er sich den Aufgaben gestellt. Die Erarbeitung der Gemeindekonzeption, der Bau der neuen Edewechter Trauerhalle, die Sanierung des „Hauses der offenen Tür“ und neue Bestattungsbedingungen wegen der Wasserprobleme auf dem Alten Friedhof seien – so Dede – Projekte, die man mit v. Grones Namen verbinde. Dede erinnerte auch an die österliche Botschaft, die nach dem eigenen Scheitern stets das Neuanfangen-Können beinhalte.

Neuanfang möglich

Diesen Aspekt hatte auch Pfarrer Stephan Bohlen in seiner Predigt aufgegriffen. Manchmal wünsche man sich einen Reset-Knopf, um alles wieder auf Anfang zu stellen, insbesondere nach Verletzungen, die man selbst erfahren oder auch – bewusst oder unbewusst – anderen zugefügt habe, sagte er. Einen Reset-Knopf gäbe es jedoch im Leben nicht, Leben sei stets Fragment und mit Fehlern behaftet. Jesus sei für die Menschen am Kreuz gestorben und auferstanden, um ihnen immer wieder Mut für einen Neuanfang zu machen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Sowohl Dede als auch Pfarrer Bohlen griffen damit indirekt einen Konflikt auf, der zwischen v. Grone und dem Edewechter Pfarrer Achim Neubauer bestanden hatte. Dirk v. Grone hatte Neubauer 2014 – wie berichtet – bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg wegen des Verdachts der Untreue und des Fahrtkostenabrechnungsbetruges angezeigt. Diese Vorwürfe gehörten zu einer ganzen Reihe, die v. Grone gegenüber Neubauer erhoben hatte. Dazu zählten ferner „Massives Mobbing gegen Missliebige und Unbequeme“, „das An-die-Wand-Fahren der (kirchlichen) Deye-Stiftung durch Inaktivität“ sowie Defizite in der Kirchen- und Kirchengremiumsarbeit. Den Verdacht der Untreue begründete v. Grone mit dem Vorenthalten jeglicher Informationen in 2012 und 2013 über das Erbe einer Edewechterin, deren an Neubauer vermachten 5000 Euro auf das Privatkonto des Pfarrers flossen und erst nach Bekanntwerden des Vermächtnisses an die Kirchengemeinde überwiesen wurden. Pfarrer Achim Neubauer hatte sich mit allem Nachdruck gegen die Vorwürfe verwahrt und lediglich satzungsbedingte Schwierigkeiten, die Erträge des Stiftungskapitals vollständig an Bedürftige auszuzahlen, eingestanden. Die Staatsanwaltschaft sah keine keine strafrechtlichen Verfehlungen Neubauers, das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt. Als Kirchenratsvorsitzenden trat v. Grone zurück.

Versöhnlicher Abschluss

Der Oberkirchenrat schaltete eine „Gemeindeberatung“ ein, Pastor Bernd Rüger sollte die Wogen glätten helfen. Das gestaltete sich schwierig. Auf Initiative des Pastors i.R. Werner Könitz wurde schließlich ein versöhnlicher Abschluss mit allen Beteiligten gefunden.

Dirk v. Grone dankte im Gottesdienst allen, die ihn auf vielfältige Weise unterstützt hätten und sagte, dass seine erfolgreiche Arbeit nur durch Hilfe anderer möglich gewesen sei. Als Beispiele nannte er Uwe Martens, der entscheidend die Gemeindekonzeption erarbeitet habe, und Michael Gloedes Engagement als Friedhofsausschussvorsitzender. Im Pfarrbezirk Süddorf will sich v. Grone weiterhin engagieren. Worte des Dankes für sein vielfältiges Engagement zollte dem Süddorfer die stellvertretende Vorsitzende des Edewechter Gemeindekirchenrates, Helge Kahnert.

Musikalisch wurde der Gottesdienst, dem ein Empfang folgte, von der Singgemeinschaft Süddorf-Edewechterdamm und der Jugendband Reset gestaltet.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.