Delfshausen Die Aufführung des plattdeutschen Theaterstückes „Wäs doch nich so dumm“, das am Wochenende im Gasthof Decker in Delfshausen erstmals zu sehen war, kam ohne Regisseur aus. Vielleicht lag der Erfolg sogar gerade darin, dass es sich bei dieser Produktion – Ulla Kling schrieb das Stück, und Wilfried Lösekann übersetzte es ins Plattdeutsche – um ein gutes Beispiel von Teamwork handelt. „Wir haben alle gemeinsam an dem Stück gearbeitet“, erklärte die Vorsitzende des Heimatvereins Südbäke, Marianne Hinkelmann.

Schauspieler Renke Duvenhorst gönnte sich in der Pause draußen eine Zigarette. „Ich bin seit drei Jahren dabei“, sagte Duvenhorst. „Wir haben erst Anfang Januar angefangen, aber wir haben es rechtzeitig geschafft“, fügte er hinzu.

Die oft beschriebenen Köche, die den Brei verderben, haben bei diesem Stück ein wahrhaft „leckeres Menü“ gezaubert. Das bestätigt auch Matthias Janssen aus Jaderberg. Nachdem er ein knuspriges Kotelett mit Salat verzehrt hat, äußerte er begeistert: „Ein tolles Stück, besonders der Opa (Gustav Moormann alias Jochen Lübs) und die Schwiegertochter Lydia (alias Elke Westerholt-Bloy), gefallen mir.“

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Der Opa, um den sich alles dreht, wird langsam ein bisschen „tüdelig“, will sich aber nicht helfen lassen. Seine Kinder sind davon überzeugt, dass ihr Vater nicht mehr fähig ist, sich um das Haus zu kümmern, und wollen ihn überreden, in ein Heim zu ziehen. Davon – und nicht einmal von einer Haushälterin – will Opa Gustav nichts wissen.

Die Requisiten waren mit so viel „Liebe zum Detail“ ausgesucht, dass dies schon mehr als ein Schmunzeln hervorrief. Über dem Sofa, auf dem Opa sich am liebsten „räkelt“, hängen lange Unterhosen und karierte Hemden. Die Notwendigkeit, Ordnung zu halten, sieht der Senior nicht. Überall liegen leere Joghurtbecher, Konservendosen und angebrannte Töpfe herum. Opa Moormann hat sich die Füße das letzte Mal gewaschen, als er bei der Konfirmation seines Enkels bemerkte, dass die Schuhe zu eng waren. Nach der Fußwäsche passten die Schuhe wieder.

Rolf Büsing sagt, dass er befangen sei, wenn er das Stück beurteilen soll, aber er findet, dass seine Frau (Elke Büsing) die Rolle der Tochter Gerda sehr gut spiele. „Sie ist bestimmt schon seit zehn Jahren dabei“, verkündet er stolz.

Außer Lilo, einer jungen hübschen „Gesellschafterin“ (Tomke Bloy), will Opa Moormann keine Haushälterin dulden und beginnt einen Kampf mit seinen Söhnen Hans und Ludwig (Renke und Thorsten Duvenhorst), Tochter Gerda und Schwiegertochter Lydia, um die Einstellung einer Hilfe zu vermeiden. Mit der resoluten Kandidatin Helene Drieling (Marianne Hinkelmann) nimmt der „Kampf“ neue Formen an.

Eigentlich wurde am Sonnabend ein sehr ernstes Thema aufgeführt, das in die Zeit passt. Die Kinder können oder wollen die Eltern nicht aufnehmen, und die Eltern wollen nicht ins Heim. Mit viel Humor und Witz, aber auch viel Sensibilität brachten die Akteure das Motiv auf die Bühne. Manch’ einer wird vielleicht in Zukunft auch ein wenig beherzter an solche Probleme herangehen.

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