Süddorf Die Zuhörer schmunzelten, als Jan-Dieter Oost im Dorfgemeinschaftshaus eine Begebenheit aus den 1960er Jahren erzählte. Bundeswehrfahrzeuge seien damals auf dem Weg zu einem Manöver gewesen und im Moor eingesackt. Rund eine Woche habe es gedauert, bis alle Autos wieder festen Boden unter den Rädern gehabt hätten. Die Dorfbevölkerung habe diese Aktion interessiert verfolgt.

Jan-Dieter Oost gehört – wie neun weitere Männer und Frauen – zu einem Arbeitskreis, der sich mit einem besonderen Geburtstag der Bauerschaft und dessen Geschichte beschäftigt. Im Jahr 2020 wird Süddorf 100 Jahre alt.

Oosts kleine Anekdote wird möglicherweise in einem Buch über Süddorf stehen, das in den nächsten anderthalb Jahren entstehen soll. Um Herbert Runge hat sich im März erstmals eine Gruppe Süddorfer getroffen, deren Ziel es ist, zum 100. Geburtstag der Bauerschaft ein Geschichtsbuch herauszubringen. Die Geschichte und die Entwicklung der kleinen Bauerschaft nahe des Küstenkanals sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

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Das Gründungsdatum Süddorfs wurde in einer Fibel des ehemaligen Lehrers Heinrich Nickels festgehalten. Am 14. Mai 1920 wurden verschiedene Bereiche der Gemeinde zu den beiden Bauerschaften Süddorf und Husbäke zusammengefasst, ist in der Fibel nachzulesen. Lehrer Nickel dürfte in dem geplanten Buch auch sonst noch eine wichtige Rolle spielen, hat er doch vor Ort die damalige Volksschule ins Leben gerufen und über 40 Jahre dort gearbeitet.

Seit März hat der Arbeitskreis „100 Jahre Süddorf“ bereits erste Materialien gesammelt. Besonders glücklich sind die angehenden Buchautoren über eine Sammlung von Zeitungsausschnitten, die bis in die Vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückgehen. Diese sollen zum Teil ebenso berücksichtigt werden wie allerlei mehr Wissenswertes über die Bauerschaft. Auch und Geschichtliches über den Ort, aber auch persönliche Entwicklungen und eben auch kleine Anekdoten. „Es wird keine Chronik werden“, erklärt Kurt Kramer, „sondern ein Buch, das sich hoffentlich gut lesen lässt.“

Natürlich wird man dort allerlei nachlesen können über den Europameister im Boxen, Hein ten Hoff, der im November 1919 in Süddorf geboren wurde, 2003 in Hamburg starb und jahrelang Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer war. Auch über den gemischten Chor Süddorf, der sich vor kurzem aufgelöst hat, gibt es allerlei Informationen.

Ältere Einwohner werden ihre Eindrücke wiedergeben, alte Höfe vorgestellt und nach Möglichkeit soll auch über die Entstehung der Siedlung berichtet werden, die der Bauerschaft ein etwas neues Gesicht verlieh.

„Natürlich fehlen uns noch viele Informationen und Bilder“, macht Herbert Runge deutlich. Alle Bürger sind aufgerufen, nachzuschauen, ob sich bei ihnen vielleicht noch ein kleiner historischer Schatz befindet, der für ein Buch zum 100-jährigen Geburtstag wichtig sein könnte.

Wer dazu beitragen kann, die Geschichte der Bauerschaft in einem Buch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten, kann sich an Herbert Runge (Telefon 0 44 05/87 58) oder an Wilfried Roßkamp (Telefon 0 44 05/66 58) wenden oder Informationen per Mail an Heiko Heinsen (h.heinsen@ewe.net) schicken. Bis Ende dieses Jahres soll Material gesammelt werden, im kommenden Jahr soll das Buch entstehen und 2020 pünktlich zum 100. Geburtstag im Mai erscheinen.

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