OHRWEGE Gast der Bad Zwischenahner Landfrauen war am Dienstag die frühere DDR-Bürgerrechtlerin, Filmregisseurin und freischaffende Autorin Freya Klier. Im „Ohrweger Krug“ stellte sie ihren 1993 gedrehten Dokumentarfilm „Verschleppt ans Ende der Welt“ vor.

1996 verfasste sie darüber ein Buch gleichen Titels, in dem sie die Deportation von Hunderttausenden deutscher Frauen schildert, die im Chaos der letzten Kriegsmonate in sowjetische Arbeitslager verschleppt und von den Rotarmisten misshandelt und vergewaltigt wurden. Auch hatten sie schwere Männerarbeit wie das Fällen von Bäumen zu verrichten.

In ihrem Film unternimmt die Autorin eine bittere Reise in die Vergangenheit und erzählt am Beispiel dreier betroffener Frauen das bis dahin wenig beachtete Kapitel der Nachkriegsgeschichte.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

In der ehemaligen DDR hätte man über diese quälende Zeit nicht reden dürfen, denn der „große Bruder“ leugnete diese Verbrechen als „böswillige Erfindung westlicher Propaganda“. So sei dem Massenverbrechen der Nationalsozialisten das Massenverbrechen der Sowjets gefolgt.

Genau 45 Jahre nach der Deportation habe sie mit drei betroffenen Frauen die Stätten in Sibirien aufgesucht. So hätten sie beispielsweise festgestellt, dass das von den damaligen Gefangenen gegrabene Brunnenloch immer noch die einzige Wasserquelle in der dortigen Zone sei. Für die drei Frauen sei der Besuch auch eine Form der Verarbeitung gewesen, so Freya Klier, denn alle hätten geschildert, nach dieser Reise in die Vergangenheit keine Alpträume mehr zu haben.

Sie habe den Film auf eigene Faust begonnen, und sei bei der Suche nach Sponsoren auf viel Ablehnung gestoßen. „Verschleppt ans Ende der Welt“ ist ein beklemmender Film, der bislang nur einmal (1994) im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Danach sei sie vom damaligen Bundeskanzler Kohl angerufen worden, der sich tief beeindruckt gezeigt hätte. Tief beeindruckt waren an diesem Nachmittag auch die Landfrauen. Freya Klier würde diesen Film gerne Schulen als Unterrichtsmaterial anbieten, erklärte sie in der Diskussion.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.