Rastede Die große Kunst der leichten Muse wurde in der Aula der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Rastede gezeigt. Das Bremer Salonorchester begeisterte am Freitag und Samstag jeweils mehr als zwei Stunden lang das Rasteder Publikum mit Operetten- und Schlagermusik vom Feinsten. Zum 11. Mal hatte der Kunst- und Kulturkreis Rastede zum Neujahrskonzert eingeladen.

Mit der Ouvertüre aus der Operette „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé setzte das Orchester kraftvoll ein. Es folgten abwechselnd leise und dann wieder volltönende Noten. Schließlich ist die Geschichte vom reichen Bauer Lugosch und seinem einfältigen Sohn Florian, von Martin, Kelka und Julischka turbulent und zwischen „Dichter und Bauern“ nicht ohne groteske Hürden, die genommen werden müssen.

Das Bremer Salonorchester kam beim zweiten Auftritt in Rastede kostümmäßig diesmal ohne viel „Chichi“ und „Frou Frou“ aus. Birgit Dennog (1. Violine) hatte sich für ein knielanges schwarzes Stufenkleid entschieden und Beka Lélek trug ein bisschen Chiffon bis weit unter das Knie und das bodenlange Kleid von Ingrid Wülbers (Querflöte) kam nicht so recht zur Geltung, weil sie die ganze Zeit im Sitzen musizierte. Die Herren traten – wie üblich – in gedecktem schwarz mit Fliege auf.

Launig – zur Begrüßung wurden auch die nicht vorhandenen Tiere im Saal erwähnt – und passend für ein Neujahrskonzert mit viel Humor und Groteske führte Pianist und Moderator Hans-Jürgen Osmers durch das Programm. Er machte deutlich, wie preiswert das Publikum eine Reise von Wien bis nach Budapest unternehmen könne. Allein der Flug, die Fahrt mit dem Fiaker und das, was die Wiener als Kaffee bezeichneten, würde ein Vermögen kosten. All das würde man heute Abend musikalisch zum Schnäppchenpreis bekommen.

Das Publikum dankte jede Darbietung mit großem Applaus. „Es ist selten, dass das Publikum schon von Beginn an zu Bravorufen inspiriert wird“, sagte Enno Kramer, Vorstandsmitglied des Kunst- und Kulturkreises Rastede. Er hat zusammen mit dem Orchester die Stücke ausgewählt und war begeistert von den Darbietungen.

Nikolaus Lampe ist jedes Mal beim Neujahrskonzert dabei gewesen und ist hingerissen von der Musik. Ein kleiner Wermutstropfen kommt von seiner Frau: Sie wünscht sich nummerierte Plätze, damit sie nicht lange Zeit vorher kommen muss, um einen Platz zu ergattern. Und Gerlinde Bunte aus Varel ist bezaubert von der Musik. Sie hat Erfahrung aus Wien und liebt die Kaffeehausmusik.

Sabrina und André Düring sind mit Leidenschaft dabei. „Wir hören diese Musik aber nur auf der Bühne. Wir müssen die Musiker sehen“, sagen die beiden. „Im Radio ist das nicht so eindrucksvoll“, meinte André Düring.

Musik von Franz Lehár, Johannes Brahms, Emmerich Kálmán, Joseph Knümann, Jakob Gade und die „Berliner Luft“ von Paul Linke trugen zum Mitschunkeln, rhythmischem Beifall und gelegentlichen Jubelstürmen bei.

Aber was wäre ein Neujahrskonzert, gestaltet von einem Salonorchester ohne den Sohn von Johann Strauß. Polka und Walzer wechselten sich nach der Pause ab und bei „Der schönen blauen Donau“ fehlte schließlich nur noch ein Tanzparkett und das Publikum hätte die Aula „gerockt“.

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