Rastede „Ich weiß nicht, warum wir elf Jahre gewartet haben, um Sie zu engagieren“, sagte der 2. Vorsitzende des Kunst- und Kulturkreises Rastede, Hartmut Jacob, zu den Mitgliedern des Neuen Salonorchesters Leipzig zum Abschluss des Neujahrskonzertes am Freitagabend in der Neuen Aula der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Rastede. Und fürwahr: Der Applaus des Publikums bestätigte, dass das zwölfte Neujahrskonzert einzigartig war, seit diese Konzerte veranstaltet werden. „Ohne die Qualität der vorherigen zu mindern, es war großartig“, sagte Jacob.

Das Ensemble präsentierte an diesem Abend das Programm „Ein Strauß bunter Melodien“. Und der Abend war mehr als bunt. Er war feurig, leidenschaftlich, teilweise stürmisch, aber auch romantisch. Das zehnköpfige Orchester brachte den Saal zeitweise zum Brodeln. Moderator Henry Schneider (Viola) meinte dann auch, ihm wurde zugetragen, dass das Temperament der Norddeutschen nicht sehr ausgeprägt sei. „Ich bin eines Besseren belehrt worden, ihr seid fantastisch“, sagte er ins Publikum.

Dieses wurde auch wiederholt gefordert. Bei „Auf der Jagd“ von Johann Strauß wurde das Publikum gebeten, sich zu beteiligen. Und das tat es gekonnt und eindrucksvoll. Nach lautstarkem „Waidmannsheil“ musste natürlich ebenso lautstark „Waidmannsdank“ folgen. Bei der „Tritsch-Tratsch-Polka“, ebenfalls von Johann Strauß, musste das Publikum in acht Takten von ganz leise zu ganz laut seine Gesangskunst beweisen. Mit Erfolg.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Mit der Ouvertüre zur Oper Carmen von George Bizet landete das Orchester gleich zu Beginn einen Volltreffer. Weiter ging es dann mit Fantasien zu Carmen. Der Spanische Marsch von Josef Rixner und der Espana-Walzer von Emil Waldteufel versetzten die Zuhörer danach in südländische Sphären. Annett Müller, die einzige Dame im Orchester, spielte überzeugend die Flöte und konnte sich in verschiedenen Stücken immer wieder kompetent durchsetzen.

Nach dem etwas romantischen Orchesterwerk „Salut d‘Amour“ von Edward Elgar ging es mit „Trepak“ von Peter Tschaikowsky weiter, um das Publikum aus seinem romantischen Schlaf zu wecken, wie Schneider sagte. Bei der „Petersburger Schlittenfahrt“ von Richard Eilenburg wurde das Orchester von drei Damen aus dem Publikum mit Rasselinstrumenten unterstützt.

Dabei war auch die gebürtige St. Petersburgerin Tanja Hoffmann. Die aus Russland stammende Wahnbekerin war ganz begeistert von dem Abend. „Ich bin das vierte Jahr in Folge dabei“, sagte sie. In die Reihe der Enthusiasten gehörte auch Jutta Röhn. „Alles passt zusammen. Moderation und Musik sind ein Genuss“, sagte die Rastederin.

Mit „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß sollte der Abend eigentlich enden. Ohne weitere Zugaben ließ das Publikum das Orchester aber nicht von der Bühne. Und so gab es ganz zum Schluss den Donauwalzer und den obligatorischen Radetzkymarsch.

Das Publikum ging in die Nacht, mit dem Gefühl, einen musikalischen Hochgenuss erlebt zu haben, auf den jetzt wieder ein Jahr gewartet werden muss. Aber die weiteren Veranstaltungen für 2020, die Enno Kramer vom Kunst- und Kulturkreis dem Publikum ans Herz legte, werden sicherlich die Zeit verkürzen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.