Rastede Dr. Friedrich Scheele, Projektentwickler beim Rasteder Touristikbüro, schloss mit dem Martenstein-Vortrag sein neuestes Projekt „Rasteder Lesestunde“ in diesem Jahr ab.

Sein Wunsch war es, an vielen verschiedenen Orten Veranstaltungen zum Thema „Vorlesen“ anzubieten. Elf waren es in diesem Jahr. „Und die meisten waren sehr gut besucht, wenn ich allein an Jo Bausch, den Gefängnisarzt, denke“, so der Organisator. Er schränkt ein, dass es im nächsten Jahr wohl nicht mehr so viele Lesestunden geben wird. „Wir werden noch mehr Wert auf Qualität legen“, verspricht Scheele. Klaus Modick, die regionale Größe, ist auf jeden Fall dabei. Mit Klaus-Peter Wolf, dem ostfriesischen Krimiautor, gibt es vielversprechende Verhandlungen. „Wir haben gemerkt, dass die Rasteder großen Wert auf Qualität legen – und dem wollen wir gerecht werden“, so Scheele, „auch wenn es dann weniger Angebote gibt“.

Rund 150 Gäste waren gekommen, um Harald Martenstein zu hören. Das klappte – nur konnten ihn die Zuschauer in den hinteren Reihen unter seiner Leselampe kaum sehen. Also bot er an, seinen Vortrag im Stehen zu halten. Im Nu zog er das Publikum mit seinen ausgeprägt ironischen, teilweise zynischen Texten in den Bann. Er hatte viele Fans im Saal.

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Auch das Alter war Thema

Es stand die große Frage im Raum, warum man sich überhaupt Kinder anschafft. Anfangs würden sie schreien und später sinnlose Forderungen stellen. 120 000 Euro würde ein Kind bis zum 18. Lebensjahr kosten. Früher zeigte der Herrgottsschnitzervater dem Herrgottsschnitzersohn, wie man einen Herrgott schnitzt. Heute bringt der kleine Sohn seinem Vater bei, wie man das iPhone bedient. Martenstein gibt zu, dass er eigentlich schreibfaul ist und immer darauf wartet, dass ihm jemand sagt: „Schreiben Sie mal.“ Die Weihnachtsgeschichten für dieses Jahr hat er bei 40 Grad im Schatten geschrieben.

Auch das Thema Alter beschäftigt ihn sehr. Immer wollte er schon gern ein Hochbett haben. Aber im Alter? „Ja, warum nicht“, sagt er sich. Es ist so schön, von oben herab seine Welt zu sehen. Das hat er als Kind besonders gemocht. Seine Freunde haben ihm geraten, keine Leiter zu nehmen, sondern eine Treppe mit Handlauf. Nun will er aus dem Abend keine gerontologische Veranstaltung machen, aber doch ein Wort über die Schwerhörigkeit verlieren. Seit er schlecht hört, gilt er als guter Zuhörer. Weil er allgemeine Bemerkungen auf dem Niveau von „Das ist aber eine interessante These“ macht. Oder Gegenfragen stellt.

Anfrage für Nacktlesung

Einiges hatte Martenstein auch zur deutschen Freikörperkultur zu sagen: Wenn Frauen und Männer in anderen Ländern sich gemeinsam ausziehen, folgt darauf häufig das Liebesspiel. „Die Deutschen ziehen sich gemeinsam aus und gehen wandern oder spielen Monopoly“, so Martenstein.

Er hätte auch schon mal eine Anfrage für eine Nacktlesung gehabt. Nach einigem Zögern hätte er zugesagt. Dann hätte der Veranstalter aber einen Rückzieher gemacht und die Veranstaltung als bekleidet angekündigt. Harald Martenstein war enttäuscht.

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