Ofenerfeld Er ist eine der ältesten Veranstaltungen im 1996 eröffneten Heinrich-Kunst-Haus in Ofenerfeld – der Heiligabend für die, die an einem solchen Abend nicht allein zu Hause sein möchten, die aus irgendwelchen Gründen nicht zu Hause feiern können oder denen einfach zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Dann können sie diesen besonderen Abend im Heinrich-Kunst-Haus an der Stadtgrenze zu Oldenburg verbringen – gemütlich am Kamin, gemeinsam mit anderen Menschen, denen es ebenso geht. Es gibt Bratäpfel und alles, was so dazugehört am Heiligen Abend. „Ab 19 Uhr stehen am 24. Dezember unsere Türen am Sandweg 22 offen“, sagt Dr. Dieter Thierfeld.

Der Ofenerfelder organisiert diese Zusammenkunft bereits seit mehr als 20 Jahren – stets unterstützt von Karin und Frerich Janßen aus Metjendorf. Alle drei sind am 24. Dezember natürlich auch selbst vor Ort und kümmern sich um die Gäste – und machen mit dieser besonderen Veranstaltung dem Namen des Hauses – „Begegnungsstätte Heinrich Kunst“ – alle Ehre. Um die 15 Besucher kommen jedes Jahr am 24. Dezember – und die Besetzung wechselt. Auch Jüngere schauen da schon mal vorbei. Und längst liegen die ersten Anmeldungen auch schon für dieses Jahr vor – auch wenn eine Anmeldung nicht wirklich nötig ist. „Und niemand muss auch erklären, warum er an einem solchen Abend zu uns kommt“, betont Thierfeld. „Wir fragen auch nicht danach“. Manchmal jedoch erzählen die Gäste dann doch, warum es sie hertreibt am 24. Dezember. Dann reicht die Spanne der Gründe vom Tod eines geliebten Menschen bis hin zum Wasserschaden im eigenen Haus, der ein Feiern daheim unmöglich macht, wissen die Organisatoren. Allen dreien ist dabei bewusst, dass bei einigen Menschen auch eine Hemmschwelle vorhanden ist, das Heinrich-Kunst-Haus an einem solchen Abend zu besuchen. „Ich erinnere mich an eine Frau, die an einem 24. Dezember mit ihrem Fahrrad ständig vor dem Haus hin- und hergefahren war – und fast nicht hereingekommen wäre. Aber bei uns geht es wirklich ganz zwanglos zu“, sagt Thierfeld.

Natürlich wird er auch in diesem Jahr die biblische Weihnachtsgeschichte vorlesen – aus seiner Bibel aus dem Jahr 1610. Und alle Kerzen im Haus werden an diesem besonderen Abend mit dem Friedenslicht aus Bethlehem angezündet.

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Einen besonderen Service bieten die Organisatoren auch jenen an, die kommen möchten, die aber nicht mobil sind. „Wir holen ab und bringen wieder nach Hause“, sagt Frerich Janßen. Wer das in Anspruch nehmen möchte, der kann sich bei ihm (Telefon   04 41/96 10 10) oder bei Dieter Thierfeld (Telefon   04 41/6 04 22) melden.

Karin und Frerich Janßen haben sich in all den Jahren genau wie Dieter Thierfeld mit der Abwesenheit zu Hause an Heiligabend arrangiert. Bereits Anfang Dezember kamen sie mit der ganzen Familie wie in jedem Jahr im Harz zusammen – und feiern so wie gewohnt eigentlich zweimal Weihnachten.

Und wie ist das bei Dieter Thierfeld? Der Ofenerfelder wohnt am Sandweg gleich in unmittelbarer Nähe des Heinrich-Kunst-Hauses – und ist so für Ehefrau Gerlinde an Heiligabend weder besonders lange noch besonders weit weg.

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