Westerstede Die Sage der Braut von Fikensolt kennt fast jeder Ammerländer. Sie erzählt von einer adligen Dame, die am Hochzeitsmorgen ihren Bräutigam abholen wollte, doch dieser war kurz zuvor aus Eifersucht vergiftet worden. Es war der Stoff, aus dem Erika-Janna Petersen die Vorlage für das erste Stück der Westersteder Theatergemeinschaft, die „Bruut van Fikensolt“, geschrieben hatte. Das ist inzwischen rund 25 Jahre her und war gleichzeitig der Startschuss für eine ganze Reihe von gut besuchten Inszenierungen.

„Für die Besetzung benötigte ich Schauspieler mit einer gewissen Vorbildung für die tragenden Rollen“, erzählt der frühere Regisseur Rudolf Plent. Und die habe er bei niederdeutschen Bühnen in der Region gefunden. Weitere Mitspieler, etwa für Massenszenen, fanden sich durch einen Aufruf auch in Westerstede. „Viele hatten Interesse, mal reinzuschnuppern“, erinnert sich Plent, der damals bereits auf einen großen Erfahrungsschatz bei seiner Regiearbeit zurückgreifen konnte. Er nahm die Herausforderung an, mit einer munteren Inszenierung ein Stück der sagenumwobenen Heimatgeschichte lebendig werden zu lassen.

„Mit der Schauspielerei soll das Publikum zum Lachen und Weinen gebracht werden“, erzählt er von seinem Leitsatz, und so formte er aus der zusammengewürfelten Laienschauspielgruppe ein überzeugendes Ensemble. „Die meisten waren absolute Laien. Das war anfangs nicht immer einfach. Man musste sogar Stehen und Gehen üben“, erinnert sich Plent. Zum Einsatz seien neben aufwendigen Kostümen auch Kutsche und Pferde gekommen. Der städtische Bauhof kümmerte sich neben vielen weiteren freiwilligen Helfern um das Bühnenbild, auch er selbst habe mitgearbeitet. Das sei sehr aufwendig gewesen. Aber auch die Technik habe so manche Herausforderung bereitgehalten.

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Daran kann sich Rainer Behrends ebenfalls noch gut erinnern. Er hatte damals die tragende Rolle des Junkers von Fikensolt übernommen, der am Ende stirbt. „Man musste laut und deutlich sprechen, es gab ja nur Standmikrofone“, erzählt der Bockhorner, der Plattdeutsch sprach und schon zu dieser Zeit Bühnenerfahrung mitbrachte – beste Voraussetzungen für die Besetzung. Trotzdem sei die Rolle nicht einfach gewesen, erinnert er sich: „Es waren sehr viele Emotionen im Spiel, die mussten schließlich alle rüberkommen. Das war eine echte Herausforderung, hat aber sehr viel Spaß gemacht.“ Behrends ist der Schauspielerei bis heute treu geblieben und führt inzwischen sogar selbst Regie.

Die Freilichttheatergemeinschaft Westerstede bringt ebenfalls nach wie vor Stücke auf die Bühne, wenn auch inzwischen unter der Regie von Philip Lüsebrink. Im kommenden Jahr steht erneut historischer Stoff auf dem Spielplan. Diesmal spielt die Handlung in Westerstede zur Zeit der Reformation. Am Manuskript wird noch geschrieben.

Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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