Westerstede /Bad Zwischenahn Als der Bad Zwischenahner Dr. Andreas Settje 1999 mit seiner Familie in dem nepalesischen Salambutar ankam, um dort als Spezialist für Handchirurgie und plastische Chirurgie beim Aufbau eines Krankenhauses zu helfen, hatte er eigentlich nur einen kurzen Aufenthalt von wenigen Jahren geplant. Zuletzt wurden neun Jahre daraus – und ein großes Hilfsprojekt. Auch wenn der Arzt heute im Westersteder Bundeswehrkrankenhaus sowie in Oldenburg arbeitet, fährt er doch regelmäßig nach Nepal, um ehrenamtlich zu operieren und Ärzte auszubilden.

Anfang Oktober steht die nächste Reise an. Begleitet wird er dabei, mittlerweile zum sechsten Mal, von einem Filmteam des Privatsenders RTL. Denn schon zu Beginn des Hilfsprojektes hatte der damalige Moderator von Stern TV, Günther Jauch, ein Reporterteam nach Nepal geschickt, um auf die schwierigen medizinischen Verhältnisse hinzuweisen und einen Spendenaufruf zu starten. Das Echo war eine Welle der Hilfsbereitschaft. Mit dem Geld konnte der Aufbau des Krankenhauses enorm vorangetrieben werden. Nach Abschluss der aktuellen Dreharbeiten wird Settje in der Sendung am 3. Dezember live über den Fortgang seiner Projekte berichten.

„Früher habe ich sehr viel selbst operiert. Heute ist die Ausbildung mein Schwerpunkt. Denn es ist viel sinnvoller, das Wissen weiterzugeben, damit dort vor Ort eine medizinische Versorgung aufgebaut werden kann, als immer nur Ärzte aus dem Ausland vorübergehend dorthin zu schicken, zumal in Nepal mit viel weniger Geld mehr erreicht werden kann“, erläutert Settje seinen Standpunkt. Vier Fachärzte hat er bisher komplett ausgebildet und vielen weiteren Ärzten Operationsmethoden beigebracht. Der Bedarf ist groß, denn durch den Einsatz von einfachen technischen Maschinen sind schwere Handverletzungen an der Tagesordnung.

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Begleitet hat den Mediziner über die Jahre das Schicksal des Mädchens Man Maya Bastola. Sie ist auch Namenspatin für einen von ihm 2010 gegründeten Verein, mit dem weitere Hilfsprojekte angeschoben werden. Das Mädchen war durch schwerste Brandverletzungen stark entstellt, das Kinn war mit dem Brustkorb verwachsen. Nach 15 Operationen kann die junge Frau heute ein normales Leben führen und lässt sich zur Schwester und Hebamme ausbilden. Während der TV-Aufzeichnungen wird sie als Assistentin ein von Settje geführtes OP-Camp begleiten und damit zur medizinischen Versorgung in der schwer zugänglichen Bergregion beitragen. Ein Beispiel für gelungene Hilfe zur Selbsthilfe, wie Settje findet.

Der Verein kümmert sich aber nicht nur um die Behandlung der Menschen, sondern setzt sich beispielsweise für rauchfreie Öfen ein und unterstützt die Ausbildung von Ofenbauern. In den Dörfern gehört der Umgang mit offenem Feuer zum Alltag, so dass es viele brandverletzte Mädchen und Frauen gibt. Für sie wurde 2006 ein Frauenhaus errichtet. „Heute wohnen dort auch Mädchen, die in der nahe gelegenen Schule unterrichtet werden“, erläutert Settje einen weiteren Schwerpunkt der Vereinsarbeit.

Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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