Jeddeloh I Vorweg gesagt, die Premiere war einfach gelungen. Darsteller, die mit Gestik und Mimik überzeugen und das Publikum bestens unterhalten, sind ein Garant für das Gelingen von Theateraufführungen. Die Besucher im voll besetzten Saal der Gaststätte „Wittes Gasthof“ in Jeddeloh I geizten bei der Premiere des Dreiakters „Doswidanja, Anja“ von Regina Harlander, ins Plattdeutsche übersetzt von Heino Buerhoop, nicht mit Beifall.

Die plattdeutsche Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Edewecht tritt seit mehr als zwanzig Jahren auf, um das Publikum mit kurzweiligen Stücken zu unterhalten. Im Laufe dieser Zeit hat sich auch ein Anspruch herauskristallisiert, der das Spielen betrifft. Die Laienspieler bewegen sich dabei recht professionell.

Bühnenbild mit Tiefe

Ohne die Leistungen der anderen Akteure zurückstellen zu wollen, fiel besonders Anja Oltmanns auf. Als Rita, Enkelin ihres verstorbenen Onkels und auf ein tolles Erbe hoffend, begeisterte sie die Zuschauer mit ihrer Darstellung. Ihre Rolle überzeichnete sie dermaßen glaubhaft, dass alle ihren Spaß hatten: „Natürlich war ich am Anfang nervös. Zwar bin ich seit gut drei Jahren dabei, eine Hauptrolle hatte ich allerdings noch nie.“ Gunda Kruse, seit vier Jahren Leiterin des Ensembles, war von den Leistungen ebenfalls angetan. „Die Entscheidung, ihr die Hauptrolle zu geben, war nicht falsch.“

Es machte einfach Spaß zu verfolgen, wie sich die Akteure auf der Bühne in „Wittes Gasthof“ bewegten. Hinrich Bischoff als Alois Zeisel, Gunda Kruse als Anja Iwanowa, die mit ihrem Outfit zumindest die anwesenden Männer begeisterte, Elke Pünjer als Roswitha, Freundin von Rita, und Marco Buske als doch sehr eigenwilliger Detektiv, lebten ihre Rollen zum Vergnügen der Zuschauer genüsslich aus.

In weiteren Rollen überzeugten Kai Bischoff als Ortsbrandmeister Josef (seine spätere Berufung?), Sven Kruse als Notar Norbert Nüchtern, Tina Lübben als Lissy und Heiko Kruse als eigentlich verstorbener Albert Zeisig.

Was bei dieser Aufführung allerdings sofort ins Auge stach, war das Bühnenbild. Es wurde ein Straßenbild dargestellt mit einer räumlichen Tiefe, die von den handelnden Personen entsprechend genutzt wurde. Hier kam wirklich jemand um die Ecke, um sich dann entsprechend positionieren zu können. Das galt auch für die beiden Häuser, die sich im vorderen Bereich gegenüberstanden.

Keine Karten mehr

Udo und Anke Tönjes-Deye hatten sich bei der Gestaltung fast selbst übertroffen. „Das Bühnenbild ergibt sich eigentlich aus dem Stück. Wir haben versucht, die Atmosphäre in dem Stück widerzuspiegeln, was uns hier sehr gut gelungen ist.“ Seit vielen Jahren ist das Ehepaar Tönjes-Deye für das Bühnenbild zuständig, ihre Kreativität und das Vorstellungsvermögen stellten sie hier einmal mehr unter Beweis.

Als Souffleuse war Annika Frerichs, für das Make-up Anke Tönjes-Deye und Stefanie Helmerichs zuständig. Leider gibt es für die weiteren Aufführungen keine Eintrittskarten mehr, alle Aufführungen sind ausverkauft. Hier und da mag es am Abend noch Restkarten geben, „aber wir wollen hier keinem irgendwelche Hoffnungen machen“, so Gunda Kruse.

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