Westerstede „Als Krankenhausseelsorgerin sehe ich Verbindlichkeit und Verlässlichkeit als wichtige Eigenschaften an“, erklärt Pfarrerin Meike von Kajdacsy. Das versucht sie bei ihrer Arbeit in der Ammerland-Klinik umzusetzen. Seit Anfang November ist die 52-Jährige bereits im Amt und hat schon einige Herausforderungen gemeistert. „In den ersten drei Wochen gab es sehr viele Akutfälle“, berichtet sie. Das sei ihr schon an die Substanz gegangen, und sie habe versucht, sich selbst zu schützen, indem sie sich ablenkte und mal abschaltete.

„Ich werde in Krisensituationen als Hilfe bei der Bewältigung einer Krankheit gerufen“, so Meike von Kajdacsy. Da kämen oft noch offene Konflikte, beispielsweise in der Familie, zum Vorschein. „Nach intensiven Gesprächen bin ich platt, aber beglückt, wenn alles gut funktioniert hat“, berichtet sie.

Gute Zusammenarbeit

„Gerne nehme ich mir neben den Patienten und Angehörigen auch Zeit, das Pflegepersonal und die Ehrenamtlichen kennenzulernen“, so von Kajdacsy. Das sei ihr wichtig, damit die Zusammenarbeit gelingt. „Dann kennen mich die Mitarbeiter der einzelnen Stationen und des Ammerland-Hospizes, wenn ich sie frage, ob sie bei den Patienten Bedarf für ein Gespräch sehen“, erzählt die in Torsholt lebende Pfarrerin.

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In ihrem beruflichen Werdegang finden sich immer wieder prägende Einschnitte wie Ortswechsel oder zahlreiche Fort- und Weiterbildungen. „Ich brauche Bewegung und Veränderungen“, sagt Meike von Kajdacsy.

Ihr kirchlich geprägter Werdegang begann im Jugendalter. Zu der Zeit hat die damalige Schülerin des katholischen Gymnasiums Liebfrauenschule in Oldenburg Jugendarbeit in einer Kirchengemeinde mit gestaltet. „Dabei habe ich gelernt, was im Leben wichtig ist und einen Beruf daraus gemacht“, erzählt sie. Nach ihrem Studium in Münster und Heidelberg arbeitete sie als Volontärin in einer internationalen Tagesstätte in Italien. „Dort hatte ich verschiedene Aufgaben, von der Leitung von Seminaren, dem Putzen und Kochen bis zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Außerdem habe sie die entspannte italienische Lebensmentalität und die italienische Küche kennengelernt, die sie bis heute schätzt.

Die Arbeit mit Jugendlichen bildete auch an ihren nächsten zwei Stationen in Wilhelmshaven und Metjendorf die Grundlage ihrer Tätigkeit. „Im Alter von etwa 40 Jahren habe ich dann beschlossen, dass ich zu alt für sowas geworden bin“, sagt die Torsholterin. Sie wechselte die Gemeinde und machte eine Ausbildung zur Pastoralpsychologin.

Neue Perspektive

„Erst als eine Freundin mit dieser Ausbildung Krankenhausseelsorgerin wurde, erkannte ich, dass sich für mich ein neues Berufsfeld eröffnet“, berichtet Meike von Kajdacsy. Sie habe sich intensiv damit beschäftigt und von der Stelle in Westerstede erfahren. Dank gründlicher Vorbereitung konnte sie Anfang November in der Ammerland-Klink anfangen.

Damit sei sie sehr glücklich, weil sie einen anderen Aspekt theologischer Arbeit aufgreife, sagt sie. „Die Seelsorge fordert eine andere Energie als Gemeindearbeit“, berichtet die Pfarrerin. Am Krankenbett habe sie direkteren und viel intensiveren Kontakt zu den Menschen. In ihrer letzten Gemeinde Bösel, in der sie sieben Jahre als Pfarrerin tätig war, sei solch eine Nähe vor allem bei Beerdigungen oder Aussegnungen entstanden.

Radfahren in der Freizeit

In ihrer Freizeit fährt die in Klein Scharrel Aufgewachsene gern mit ihrem Mann Fahrrad. Zur Entspannung liest sie Belletristik oder bildet sich mit Fachliteratur fort. Außerdem kümmert sie sich liebevoll um ihren Hund Jakob. „Er ist für mich das fröhliche Gegenüber für die Lasten des Alltags“, erzählt sie. Sie hatte ihn sogar dabei, als sie sich auf ihr Bewerbungsgespräch für die Stelle in der Ammerland-Klinik vorbereitet hat.

Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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