BAD ZWISCHENAHN Sharon Brauner, Dieter Richter und Hans-Jürgen Silbermann präsentierten Politsatire vom Feinsten. Mit funkelndem Wortwitz, Satire und Ironie begeisterte das Trio.

Von Helmut hogelücht BAD ZWISCHENAHN - Teils zynisch, teils mahnend lehnte sich die Leipziger „Pfeffermühle“ bei ihrem Gastspiel in Bad Zwischnenahn ganz weit aus dem deutsch-nationalen Fenster und nahm dabei die Politik gekonnt aufs Korn. Die Zwischenahner Kunstfreunde hatten zu dem Kabarettabend in die Wandelhalle eingeladen.

Mit einem Feuerwerk an funkelndem Wortwitz, beißender Satire und geschliffener Ironie stellten Sharon Brauner, Dieter Richter und Hans-Jürgen Silbermann an diesem Abend „ganz politisch und ganz aktuell“ ihr neues Programm „Happy D“ vor. „Happy D“, das „glückliches Deutschland“ bedeuten könnte, hatte erst im Oktober in Leipzig Premiere.

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Musikalisch begleitet wurde das quirlige Trio von Marcus Ludwig am Keyboard und Peter Jakubik am Schlagzeug.

In Bad Zwischenahn boten die „Drei von der Pfeffermühle“ allerlei Pfeffriges auf sehr hohem Niveau. Deutschland gehöre therapiert, stellten die Kabarettisten eingangs fest. Das gesamte Volk leide an „Morbus Merkel“, „Morbus Müntefering“ oder auch „Morbus Beck“. Es helfe nur eine Form der Gruppentherapie, denn dadurch könnten Kosten eingespart werden.

Wenn das Gesundheitssystem nicht mehr funktioniere, dann helfe nur noch die Selbsttherapie. So äußere sich „Mobus Merkel“ unter anderem durch Rückenschmerzen, da den Bürgern täglich mehr aufgebürdet werde. „Hätten wir mehr Rückgrat, würden wir uns von der großen Koalition nicht über den Tisch ziehen lassen“, hieß eine Kritik am Volk. Der „persönliche Kopulationsberater der Regierung“ setzte in einer anderen Szene, in der es um die ständig sinkenden Geburtenzahlen ging, die „Gebärpflicht für Frauen“ auf 58 Jahre herauf.

„Politisches Kabarett spiegelt sich in der Form der kontrollierten Übertreibung, denn wer nicht übertreibt, kann nicht anschaulich darstellen“. Das wurde an diesem Abend in der Wandelhalle deutlich. Gekonnt und treffsicher unternahmen die Darsteller einen unterhaltsamen Streifzug durch die nationale Politik.

Das Trio Brauner/Richter/Silbermann war dabei unberechenbar, spitzfindig und unbequem und zog dennoch die Gäste auf seine Seite. Die Pointen, die einem manchmal das Lachen im Halse stecken ließen, trafen stets ins Schwarze. Politsatire im besten Sinne wurde geboten.

So tiefschürfend wie in der „Pfeffermühle“ werden aktuelle Probleme derzeit wohl nur selten in der Kabarettszene aufgearbeitet. Der abschließende Applaus eines überaus begeisterten Publikums war denn auch wohlverdient.

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