Edewecht „Bloß nichts wegwerfen!“, fordert Wilfried Kahlen. „Wenn jemand noch alte Fotos aus der Gemeinde Edewecht hat, alte Fotoalben, Dokumente, Unterlagen, Super-8-Filme, Tonbänder, Kassetten oder Bücher, die sich mit Edewecht oder unserer Region beschäftigen, so wäre es toll, wenn wir sie uns ansehen dürften und das geschenkt bekämen. Wenn die Sachen wirklich nicht mehr gebraucht werden sollten, können wir sie immer noch entsorgen.“

Wilfried Kahlen und seine Mitstreiter, sein Bruder Heiner und Enno Frerichs haben zwar schon jede Menge an Materialien aus der Gemeinde Edewecht und es wird Jahre dauern, bis alles gesichtet, geordnet und archiviert ist. Aber dennoch befürchten die drei, dass so manches für sie Wertvolles aus Nachlässen und aus Wohnungsauflösungen entsorgen könnte, deshalb der Aufruf.

Die drei gebürtigen Portsloger haben sich einer großen Aufgabe gestellt: Sie wollen – möglichst mit weiteren Mitstreitern – ehrenamtlich ein Heimatarchiv für die Gemeinde Edewecht aufbauen.

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Sicherstellen, dass Materialien, die für die Entwicklung einer Gemeinde maßgeblich sind, erhalten bleiben – das ist eine Pflichtaufgabe von Kommunen. Das leiste die Gemeinde bereits, sagt Nico Pannemann, Fachbereichsleiter Innere Dienste und Bürgerservice im Rathaus, in dem sie wichtige Akten und Unterlagen beim Landesarchiv aufbewahren ließe. Als zusätzliche freiwillige Leistung wolle man für die Gemeinde Edewecht ein Heimatarchiv aufbauen.

Die ersten Anfänge eines solchen gab es bereits 2001, als die Schriftstellerin und freie Journalistin Christel Looks-Theile (1930 – 2015) in Kellerräumen des „Hauses der Begegnung“ begann, ihre umfangreiche Archivsammlung aufzuarbeiten. Dazu gehören Tausende von Fotos, diverse Unterlagen, Utensilien, Zeitungen und vieles mehr. Diese Materialien hatte Looks-Theile, die 24-jährig der Liebe wegen nach Edewecht gekommen war, von ihrem Mann, dem Journalisten Hans Looks (1906 – 1981), geerbt. Dieser stammte aus dem ehemaligen Pommern, hatte zeit seines Lebens sowohl aus seiner alten Heimat Stettin/Bad Dievenow als auch aus seiner neuen Heimat Edewecht viel Heimatkundliches und Zeitgeschichtliches gesammelt. Schenkungen und Erbstücke von Kollegen, Freunden und Bekannten kamen dazu.

Als Christel Looks-Theile, 2015 starb, hinterließ sie der Gemeinde nicht nur ihre Sammlungen, sondern auch ein Grundstück und verfügte, dass der Verkaufserlös dem Aufbau eines Heimatarchivs dienen solle. „Ein solcher Nachlass und die finanzielle Ausstattung sind ein Glücksfall“, sagt Wilfried Kahlen. Seit Jahresbeginn sind der ehemalige Edewechter Bauamtsleiter, sein Bruder Heiner und Enno Frerichs, Mitarbeiter der Gemeinde, damit beschäftigt, die Sammlung von Christel Looks-Theile durchzuarbeiten, nach Themenbereichen (Schulen, Kitas, Sportstätten, Vereine, Kirchen, Parteien, Denkmäler usw.) zu ordnen und zu archivieren. In einem Kellerraum des Rathauses wurden Regale aufgestellt und diverse Materialien für die Archivierung (z.B. lichtdichte Kartons) wurden angeschafft.

Auch wenn sich das Trio derzeit mit dem Nachlass von Looks-Theile beschäftigt (erhalten wird auch Looks-Theiles Ostdeutsches Sammlung), hat sich schon herumgesprochen, dass man Heimatgeschichtliches für ein Edewechter Archiv im Rathaus abgeben kann. Einen Teil ihrer Sammlung hat die Edewechterin Autorin Almut Suntay bereits der Gemeinde zur Verfügung gestellt, andere Bürger brachten z.B. heimatgeschichtliche Bücher. „Auch Vereine können uns gern ihre Materialien zur Verfügung stellen“, sagt Enno Frerichs.

Anlegen wolle man ein Papierarchiv (für Unterlagen) und ein Bildarchiv, wobei geplant sei, alle Fotos später zu digitalisieren, sagt Heiner Kahlen. Aufbauen wolle man zudem eine kleine Bibliothek mit Büchern, die sich heimatgeschichtlich mit Norddeutschland beschäftigen.

Anregungen für ihre Arbeit haben die drei Ehrenamtlichen auch schon in anderen Archiven erhalten. So besuchten sie u.a. die Stadtarchive in Varel und Westerstede.

Die Kellerräume im Rathaus sind nur ein erstes Domizil. Wo das jetzt bereits aus allen Nähten platzende Archiv untergebracht werden könne, steht noch nicht fest.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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