RASTEDE Die Häuser der Eschbauern in den einzelnen Bauerschaften existierten schon, als Rastede 1059 eine Kirche und nur wenig später, 1091, ein Kloster erhielt (die Köterstellen in der Allgemeinheit, Meenheit, Allmende kamen erst sehr viel später hinzu). Durch die Stiftung der St.-Ulrichs-Kirche wurde Rastede Hauptort des Kirchspiels, der späteren Gemeinde, und erhielt durch das Kloster noch zusätzliche, weitreichende überregionale Bedeutung.

Die Kirchen zu erreichen, war damals beschwerlich. „Wie einzelne Quellpunkte in der Wüste standen diese Gaukirchen da (Wiefelstede, eingeweiht 1057, und Rastede) und waren von den Bewohnern des Gaues nur auf weiten, mühsam angelegten Wegen durch Sümpfe, Wälder und Heiden zu erreichen“, schrieb Pfarrer Folte vor 150 Jahren zur 800-Jahr-Feier; einige der Rasteder Kirchwege, die sternförmig auf das Gotteshaus zuführten, sind heute noch in Teilen vorhanden.

Die Sagen

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Die Sagen erzählen, dass Graf Huno einst dem Kaiser nicht folgte und sein Sohn Graf Friedrich deswegen mit einem Löwen kämpfen musste. Friedrich siegte dank einer List, und so wollte er in Erfüllung eines Gelübdes ein Kloster stiften. Um den Standort für das Kloster zu finden, ließ man einen Schwan fliegen, wo der sich niederlasse, raste, sollte das Kloster erbaut werden – und das war dann in Rastede an der Stelle des heutigen Schlosses. So erklärt die Sage auch den Namen Rastede: Rast-Stätte.

Doch Huno war, wie die Historiker wissen, kein Graf, sondern wahrscheinlich ein Edelmann, der in Rastede umfangreichen Grundbesitz hatte.

Urkunde unterzeichnet

Erzbischof Adalbert jedenfalls unterzeichnete 1059 eine Urkunde, die Huno erlaubte, eine Hauptkirche in Rastede zu erbauen – was wahrscheinlich auch der Missionierung dienen sollte, um das hier und dort noch aufflackernde Heidentum zu überwinden.

Die Zeiten damals waren voller Wirren. 1054 hatten sich die römische und die griechische Kirche getrennt, 1056 trat Heinrich IV. als König die Regierung an – und unternahm 1077 den berühmten Canossa-Gang und ließ sich unterwürfig im Büßergewand vom Papst empfangen.

1058 gab es zwei Päpste, 1059 – im Rasteder Gründungsjahr – wurde die Papstwahl per Gesetz in die Hände der Kardinäle gelegt – und doch gab es nur zwei Jahre später wieder zwei Päpste.

Zweite Kirche

Der Rasteder Pfarrsprengel wurde aus dem der Mutterkirche in Wiefelstede, der ältesten Kirche des Ammerlandes, ausgegliedert. Die Wahl des Standorts der Rasteder Kirche ist eigenartig: Nur zwei Jahre nach Gründung der Wiefelsteder Kirche 1057 wurde hier, in nur etwa sieben Kilometern Entfernung, ein weiteres Gotteshaus erbaut, und dabei gab es im ganzen Ammerland – damals ja noch sehr viel größer als heute – noch keine weitere Kirche.

Selbst die Gottesdienstbesucher aus Hatten kamen nach Wiefelstede zur Kirche. Die anderen Ammerländer Orte – Zwischenahn, Westerstede, erst recht Apen, Edewecht, auch Oldenburg – erhielten erst viele Jahrzehnte später eine. Und in der Nähe der ersten Kirche in Wiefelstede wurde nach zwei Jahren schon die zweite Kirche, nämlich in Rastede, erbaut. Sie befand sich in etwa dort, wo heute das Schloss steht. Dazu kam nur wenige Jahrzehnte später das Benediktinerkloster.

Private Kapelle

Dazu hatten die Stifter sich in der St.-Ulrichs-Kirche noch eine Unterkirche errichtet, die sie als ihre private Betkapelle nutzten – die jetzt noch bestehende romanische Krypta.

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