Bad Zwischenahn „Ich sammle übrigens etwas.“ Petra Adomeit geht in ihrem Arbeitszimmer an das Regal aus dickem Kiefernholz. Sie greift zu einem Ordner. „Ich sammle Hochzeitsfotos.“ Von fremden Menschen? Petra Adomeit lacht. „Na ja, so ganz fremd sind sie mir nicht. Ich habe sie schließlich getraut.“ Die Pastorin ist die „Neue“ in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Zwischenahn. Seit dem 1. April ist sie für einen Pfarrbezirk im Hauptort, für Ekern, Dänikhorst und Specken zuständig. Und schon jetzt – nach etwas mehr als vier Monaten – ist der Ordner recht gut gefüllt. Nicht nur Bilder von glücklichen Paaren befinden sich darin. Auch Gesangsblätter und liebevoll gestaltete Einladungskarten.

Die 50-Jährige ist fröhlich und offen. Sie erzählt von ihren Kindern Fynn (17) und Marlene (14), die anfänglich gar nicht so begeistert von dem Umzug aus Oldenburg ins Ammerland waren. „Inzwischen haben sie sich aber ganz gut hier eingelebt und auch schon Freunde gefunden.“ Auch sie selbst fühlt sich angekommen – und angenommen. „Die Menschen sind freundlich und herzlich. Ich wurde mit offenen Armen empfangen.“ Petra Adomeit glaubt zu wissen, woran das liegt. „Ich bin in Hude aufgewachsen. Da waren die Verhältnisse ähnlich wie hier in den Bauerschaften. Man saß in der Küche zusammen und hat sich etwas erzählt. Ich mag das. Ich fühle mich so irgendwie zu Hause.“

Das könnte auch daran liegen, dass ihr die Gemeinde nicht unbekannt ist. Einst war ihr Mann Thomas hier Pastor. Später teilte sich das Paar eine Stelle in Oldenburg. Nun gehen beide beruflich wieder getrennte Wege. Er ist persönlicher Referent von Bischof Jan Janssen.

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„Jetzt da die Kinder alt genug sind, wollte ich wieder eine ganze Stelle übernehmen“, sagt die 50-Jährige. „In Oldenburg hätte ich meine halbe Stelle an der Christus-Kirche in Bürgerfelde behalten und eine halbe Stelle als Springer hinzubekommen, wäre also dort eingesetzt worden, wo gerade Personalmangel herrscht. Ich wollte aber lieber eine eigene Gemeinde betreuen.“ Diese Möglichkeit eröffnete sich ihr in Bad Zwischenahn.

„Ich finde das Leben und die Arbeit hier klasse. Und die Landschaft auch.“ Petra Adomeit streicht sich durch die kurzen blonden Haare. „Wenn es geht, bin ich für meine Termine mit dem Fahrrad unterwegs.“ So manchen schönen Schleichweg habe sie dabei schon für sich entdecken können.

Nach dem Abitur an der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg studierte Petra Adomeit in Münster und Mainz. Ihr Vikariat machte sie an der Nikolai-Kirche in Oldenburg-Eversten. Nach ihren Interessen gefragt, sprudelt es aus der Pastorin nahezu heraus. „Wenn ich die Zeit habe, dann lese ich. Und ich gehe schwimmen. Im Herbst/Winter bin ich ganz gern in der Sauna. Das Radfahren gehört zu meinen Hobbys. Und das Wandern.“ Letzteres wird sie in den kommenden (Urlaubs-)Wochen mit Mann, Tochter und Sohn tun.

„Wir werden auf einer Südtiroler Berghütte in etwa 2000 Meter Höhe unsere Ferien verbringen. Da gibt es keinen Strom, und das Wasser kriegen wir aus einer Quelle. Dort hinauf kommt man nicht mit dem Auto. Wir bringen also unser Gepäck zu Fuß in die Hütte.“ Petra Adomeit schmunzelt, als sie sagt: „Das sind dann nicht so viele Taschen. Wir beschränken uns auf das, was wir brauchen. Man wundert sich, wie wenig das ist.“

Die Pastorin zeigt auf eine Wand in ihrem Arbeitszimmer. Daran hängt ein blauer Schal mit dem Motto des Evangelischen Kirchentages 2013 in Hamburg. Die Losung stammt aus dem Zweiten Buch Mose: Soviel Du brauchst.

Kerstin Buttkus Redakteurin / Redaktion Westerstede
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