AMMERLAND Spielsucht ist eine Krankheit, die Familien zerrütten und Existenzen zerstören kann. Mit der landesweiten Plakataktion „Heute schon verspielt?“ will die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS) in Kooperation mit Diakonie und Gesundheitsamt auf Problematik und Beratungsmöglichkeiten aufmerksam machen.

„Anders als bei Alkoholismus ist Spielsucht nicht auf den ersten Blick zu erkennen“, sagt Sabine Mix-Puschmann. Die Präventionsfachkraft in der Fachstelle Sucht der Diakonie im Ammerland leitet das vierjährige Projekt, dass Menschen aus den Spielotheken holen soll.

Im Ammerland, so Mix-Puschmann, gibt es Schätzungen zufolge 220 bis 590 Menschen, die als spielsüchtig zu bezeichnen sind. „Diese Menschen verbringen bis zu 14 Stunden am Tag in der Spielothek. Dabei geht es neben schnellen Erfolgserlebnissen auch um soziale Interaktion. Viele Betroffene sind alleinstehend, es trifft aber auch Familienväter“, so die Sozialpädagogin.

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Noch immer seien Männer am anfälligsten dafür, die Kontrolle über das Glücksspiel zu verlieren – Frauen zögen aber inzwischen nach. Mix-Puschmann erklärt, dass es in der Regel zwischen fünf bis sieben Jahre dauern könne, bis etwas gegen die Sucht unternommen werde. Dann seien die Schulden oft schon immens hoch.

Gerade junge Menschen seien leicht zu beeinflussen von neuen Spiel-Trends wie Poker, das im Fernsehen übertragen wird, sagt Dr. Ralph Korczak vom Gesundheitsamt. „Der Unterschied zwischen einem Süchtigen und einem Profi ist, dass der Profi weiß, wann er aufhören muss“, so Korczak.

Das Präventionsprojekt begann analog zum Glücksspielstaatsvertrag, der am 1. August 2008 in Kraft getreten ist. Der Vertrag enthält die Vorgabe, Spielsucht von staatlicher Seite aus gezielt zu bekämpfen.

„Es fehlt noch immer das Bewusstsein dafür, dass Spielsucht eine Krankheit ist, die man therapieren kann“, sagt Mix-Puschmann. „Mit dem Projekt wollen wir im Ammerland eine Anlaufstation bieten. Selbsthilfegruppen gibt es im Umkreis bisher nur in Oldenburg“.

Betroffene können sich direkt an die Diakonie in Bad Zwischenahn wenden. Informationen gibt es unter 04403/31 79.

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