Westerstede Einen Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart hatten die Organisatoren beim Niedersachsentag in Westerstede gespannt. Neben dem offiziellen Festakt am Sonnabend konnten die Besucher ein eindrucksvolles Rahmenprogramm erleben.

So nutzten viele die Gelegenheit, im Rathaus die Ausstellung mit Dokumenten und Zeitzeugenaussagen zum Thema „70 Jahre Kriegsende“ anzusehen. Ein Film zeigte Ausschnitte aus bewegenden Interviews, die Auszubildende mit älteren Mitbürgern geführt hatten. Einheimische berichteten von Naziterror, Bombenalarm und Einquartierungen, aber auch damalige Flüchtlinge schilderten ihr Schicksal.

Auf der Thalenweide war ein Stand aufgebaut worden, an dem Asylbewerber mit Ammerländern ins Gespräch kommen sollten. Serviert wurden orientalische Teigtaschen und schlesischer Mohnkuchen, als Symbol für die Flüchtlinge damals und heute, aber auch als Möglichkeit, sich über das Essen anzunähern.

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Über die Judenverfolgung wurde in der Stadtbücherei anhand des Schicksals der Familie Polak informiert, die früher in dem Gebäude wohnte.

Mit einer bewegenden Feierstunde ging der Niedersachsentag schließlich zu Ende. Kevin Klimpel, 26-jähriger Urenkel des Landschaftsgärtners Hermann Klimpel, pflanzte hinter dem Gebäude der Stadtbücherei eine Rose zum Gedenken an den jüdischen Viehhändler Karl Polak.

Wie Elfriede Hüniken den zahlreichen Zuhörern erzählte, habe beide Männer eine tiefe Freundschaft verbunden. Polak hatte dem Landschaftsgärtner im Jahr 1924 Geld zum Hausbau geliehen. Statt Zinsen wünschte er sich einen Rosengarten, der seitdem von Klimpel gepflegt wurde. Als die Nazis in Westerstede erstarkten, wurde er deswegen bedroht und verprügelt. Sein Freund Polak entband ihn daher von seinen Pflichten. Später nahm er sich das Leben.

„Diese Geschichte zeigt, dass sich zwei Menschen gut verstehen können, auch wenn sie ganz unterschiedlicher Herkunft sind“, betonte Elfriede Hüniken. Die Rose solle nun als Mahnmal und in Gedenken gepflanzt werden.

„Wir wissen, wie viel Leid während der Nazizeit jüdische Mitbürger erdulden mussten“, sagte Hilke Hinrichs, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters. „Heute blicken wir auf 70 Jahre Frieden zurück und wollen ihn dauerhaft erhalten.“


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  region, seite 21 
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Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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