Bad Zwischenahn „Den besten Fang habe ich 1963 gemacht, als ich meinen Mann Dieter geheiratet habe“, erzählt Gertraud Oetken am Donnerstag beim „Spieker-Schnack“ (Gespräch) auf dem voll besetzten Spiekerboden. „Aber auch andere große Fische sind mir seit dieser Zeit ins Netz gegangen“, ergänzt die Fischereimeisterin launig.

Sabine Krüger entlockt ihrem Gast neben Wissenswertem vor allem Heiteres – auf Plattdeutsch. Gertraud Oetken erzählt von ihren Erfahrungen „als einziges Mädchen unter den Jungs“, als sie 1961 ihre Ausbildung zur Fischereifachfrau begann. „Die haben alle spekuliert, welches Zimmer ich wohl habe.“ Die Fischereimeisterin weiß unterhaltsam zu veranschaulichen, wie Reusen „gebaut“ und Netze „gestrickt“ werden. Den langen Weg, den der Aal vom Laichplatz in der Sargassosee (Bahamas) bis ins Zwischenahner Meer zurück legt, beschreibt sie fachmännisch und humorvoll. Neben Aal, Zander, Bartsch und anderen Fischen gehen ihr auch viele Wollhandkrabben ins Netz. „Die machen unsere Netze kaputt, aber unser chinesischer Mitarbeiter verspeist sie zu Hause als Delikatesse.“

Gert Wichmann, Ehrenvorsitzender des Fischereivereins, gibt sein Wissen „rund ums Meer“ zum Besten. Ob es Ende der 1970er Jahre aber wirklich einen mehrere Meter langen Wels gegeben hat, will er nicht unterschreiben. „Das weiß nur Wasserschutzpolizist Peter Grünke, der hat ihn als einziger gesehen und pflichtgemäß protokolliert“, sagt er. Bestätigen kann er indes das Sprichwort „Kommt der Wind aus Osten, lass’ die Angel rosten“. Wichmann: „Aus Westen ist es am besten.“ Mit Gertraud Oetken ist er sich einig: „Ein Barschfilet ist das Beste, was es gibt“. Im Fischereiverein seien Frauen übrigens gleichberechtigt: „Wir brauchen keine Gleichstellungsbeauftragte.“

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Der Dritte im Bunde ist Peter Lehner, seit 17 Jahren Chefkoch im Hotel „Haus am Meer“. Seine Mutter sitzt im Publikum und unterstützt bei seiner Biografie. Aber beim Fachsimpeln schweigt die Mama, und Lehner erzählt von den 300 bis 400 Kilo Zander, die er im Durchschnitt in der Küche des Hotels verarbeitet. „Ein guter Koch wird man nur aus Berufung“, meint Lehner. „Der eigentlich Bäcker werden wollte“, ruft Mutter Ilke dazwischen. Persönlich liebt der Kochkünstler die gutbürgerliche Küche. „Aber mit Fisch kann man so kreativ sein“, weiß er: „Braten, dünsten, kochen und pochieren, es ist so viel möglich.“

Lehner ist auch „verantwortlich“ für den Zander auf Rote-Bete-Risotto mit Blattspinat, den es neben Räucheraal und Räucher-Crêpe aus der Spieker-Küche in den Pausen gibt. Sabine Krüger glänzt mit Witz, Humor und unterhaltsamer Fragestellung. „Nach zwei Lesungen, einem Cocktailabend und dem zweiten Spieker-Snack wird es weitergehen“, verspricht denn auch Gastgeber Benjamin Doyen-Waldecker.

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