WIEFELSTEDE Aus Jux hatte Renke Brunken im Jahr 1996, als er beim Königsschießen anlässlich des Wiefelsteder Schützenfestes antrat, zum heutigen Schützenpräsidenten und damaligen Konkurrenten im Kampf um die Königswürde, Dirk Siemen, gesagt: „Einmal will ich es Dir noch zeigen“ – und prompt wurde er wieder Schützenkönig. Das war das vierte Mal seit 1957, dass der Wiefelsteder die Königswürde errungen hatte –zuletzt im Alter von 62 Jahren. Damit ist er die Nummer eins auf der Liste des Vereins: Niemand sonst führte so oft das Wiefelsteder Königshaus an.

Der 77-Jährige erinnert sich gut an 1957: Damals wurde er zum ersten Mal die oberste Wiefelsteder Majestät – im Alter von nur 23 Jahren. „Meine Adjutanten Emil Ripken und Otto Holthusen waren gestandene Herren, viel älter als ich“, muss Brunken noch heute schmunzeln. Und spricht vom sportlichen Ehrgeiz, der in jenen Zeiten die Schützen antrieb, um König zu werden. Dass er damals auch noch Junggeselle war, hatte gar eine Diskussion im Verein nach sich gezogen darüber, ob Ledige überhaupt König werden dürfen.

„Ich habe beim Königsschießen immer alles gegeben“, macht der Wiefelsteder deutlich, dass für ihn die Königswürde stets eine Bedeutung hatte – wie natürlich der Schützenverein auch, der an diesem Wochenende sein 118. Schützenfest feiert. Seit 60 Jahren ist er Mitglied, die goldene Ehrennadel hat er verliehen bekommen. Und Ehrenmitglied ist er ob seiner Verdienste auch. Lange Jahre moderierte Renke Brunken ab 1958 die alljährlich Schützenlieselwahl, war Übungsleiter der Jugendabteilung – und als 1974 die Damenabteilung gegründet wurde, da leitete er auch die Damen beim Schießen an; bis Ehefrau Liane die Abteilung für 25 Jahre übernahm. Lange betreute Renke Brunken zudem die erste Mannschaft des Vereins, die er regelmäßig auch zur Deutschen Meisterschaft nach München begleitete.

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1967 – zehn Jahre nach seinem Debüt als Schützenkönig – wurde Renke Brunken wieder Majestät. „Reiner Zufall“, macht er deutlich, das damals die später eingeführte zehnjährige Sperre noch nicht existierte. „Beim zweiten Mal machte das König-Sein viel mehr Spaß“ erinnert sich der 77-Jährige: „Da hatte ich bereits viel mehr Selbstbewusstsein“. Nur ein Jahr später – 1968 – wurde Renke Brunken auch noch Bundesschützenkönig des Ammerländer Schützenbundes. Und dann noch zweimal erste Majestät der Wiefelsteder Schützen – 1984 und eben 1996.

„Der Schützenverein war und ist nach wie vor ein wichtiger Teil meines Lebens“, betont Renke Brunken. Auch wenn er nicht mehr aktiv teilnehmen möchte am alljährlichen Schützenfest – wegen seiner „Behinderung“, wie er es nennt. Seit Jahren hat seine Sehkraft stetig nachgelassen: Und nun ist Renke Brunken so gut wie blind.

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