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Carl Wilhelm Meyer in Oldenburg
Traditionsunternehmen CWM beantragt Insolvenz

Rastede Das große, hölzerne Schild mit der Gravur „Spinnstuuv“ hängt im Mühlenhof treu an der Seitenwand. Verziert ist die Diele oben mit dekorativen, alten Spinnrädern, die ihrem eigentlichen Zweck längst „entsponnen“ sind.

Doch längst nicht alle Spinnräder, die der Mühlenhof dieser Jahre zu Gesicht bekommt, sind antike Ausstellungsstücke. Die Spinnstube als Teil des Heimatvereins erfreut sich aktiver Beliebtheit und lässt jeden Montagnachmittag die Räder rotieren.

Am Sonnabend legte ein Teil der Damen jedoch eine Sonderschicht ein, denn die Handarbeitskursleiterin Claudia Rath aus Ostfriesland kam zu Besuch. Fortgeschrittene Arbeitsweisen mit dem Spinnrad zeigte sie den neun Teilnehmerinnen in einem Workshop, zu dem sie unterschiedlichste Fasern und Wollen mitbrachte.

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„Manche der Fasern sind echte Herausforderungen, wenn es um den Einzug und die Verarbeitung geht. Doch probiert es gleich einfach erst einmal aus“, sagt Claudia Rath zu Beginn des Treffens. „Zum Beispiel habe ich diese Algenfaser dabei, die noch deutlich nach Meer und Muscheln duftet. Wie viele andere Fasern werden auch diese hier in einem Viskoseverfahren gewonnen“, beleuchtet die Dozentin auch Herkunft und Eigenschaft. Als Reaktion darauf erhält sie immer interessierte Antworten. Oft sind die Rasteder Spinnfrauen aber auch überrascht wegen der ungewohnten Bandbreite der Pflanzen- und Tierfasern.

Alpaka, Flachs, Kaschmir und tibetanisches Yak bestehen allesamt die Fühlprobe der Frauen. Wenige Momente später geht es mit der Faser nach Wahl ans vertraute Gerät, um Wolle zu spinnen.

„Momentan haben wir 29 Mitglieder in unserer Spinnstube, die es schon seit mehr als 35 Jahren gibt. Zuwachs jeder Altersstufe ist bei uns natürlich wie überall gern gesehen“, sagt Annegret Ahlers, die die Gruppe seit rund zehn Jahren leitet.

Kursleiterin Claudia Rath, die seit vier Jahren an verschiedenen Volkshochschulen in Ostfriesland und dem Ammerland lehrt, ergänzt lobend: „Es ist schön und wichtig, dass über die Tradition von Heimatvereinen wie dem in Rastede solche wertvollen Kunsthandwerke erhalten werden. Nur so besteht die Möglichkeit, dass auch neue Generationen mit dem Handarbeiten vernetzt werden.“

Sehr wohl beeindruckt von der Vielfalt an Fasern und Wollen, stimmen die neun Damen jedoch in einem Punkt überein: „Es geht doch nichts über die frische Wolle von unseren norddeutschen Milchschafen.“ Noch ein Punkt mehr für den Traditionserhalt in der Heimat.

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