Bad Zwischenahn Es ist Januar 1992. Gegen Abend rollt ein Rolls Royce Silver Shadow durch den Kurort. Zahlreiche Passanten bleiben stehen. Die Tür geht auf und kein geringerer als Bud Spencer steigt aus.

Menschen auf der ganzen Welt trauern in diesen Tagen um den berühmten Filmraufbold: Der Italiener Bud Spencer ist im Alter von 86 Jahren verstorben. In Bad Zwischenahn erinnern sich einige nicht nur an die Kultfilme wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ oder „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“, sondern auch an eine ganz besondere Begegnung mit dem Schauspieler, der als Carlo Pedersoli in Neapel geboren wurde.

Appetit auf Eisbein

Der Zwischenahner „Fährhaus“-Chef Hans-Georg Brinkmeyer hatte damals Kontakt zum Bremer Stadthallen-Chef Heinz Seesing. Dieser konnte Spencer zu einem Besuch in Bad Zwischenahn überreden. „Ich glaube, Spencer war eigentlich zu Gast in Oldenburg“, erinnert sich der damalige Bürgermeister Wolfgang Mickelat. Am Abend sei Spencer dann für wenige Stunden nach Zischenahn gekommen. Sein Agent habe erst am Nachmittag angerufen und gesagt, Bud Spencer wolle im Spieker Eisbein essen, berichtet der heute 73-Jährige. „Also nicht das typische Essen im Spieker“, sagt Mickelat und lacht, „aber die Küchen-Crew dort hat das natürlich schnell organisiert.“

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Mickelat informierte sofort den damaligen Kurdirektor Peter Schulze, denn der spricht Italienisch. „Ob er Eisbein essen wollte, weiß ich nicht mehr genau“, sagt Schulze, „ich dachte, es sei ein Steak gewesen. Wir hatten natürlich gehofft, dass er einen Aal isst.“

Der ehemalige Kurdirektor weiß aber noch ganz genau, dass er mit Spencer, Mickelat sowie Begleitern des Schauspielers im Spieker gleich am ersten Tisch auf der linken Seite gesessen hat.

Auch der damalige NWZ -Redakteur Otto Renken, der von 1974 bis 2010 für Bad Zwischenahn zuständig war, erinnert sich noch an diesen Tag. Auch er erhielt völlig überraschend einen Anruf und machte sich auf den Weg ins Ammerländer Bauernhaus.

Spencer habe zunächst mit Mickelat, Schulze und dem Personal des Bauernhauses am Feuer gesessen. Schmunzelnd erinnert er sich daran, dass „Bur“ Bruno Sieling den Star ganz selbstverständlich auf Plattdeutsch begrüßte. Mit den Worten „Bud, wi freit us, dat Du vanab’nd bi us büst“ habe Sieling beide Hände des knapp zwei Meter großen Hünen am Herdfeuer des Bauernhauses ergriffen und ihn willkommen geheißen, berichtete Renken damals in der NWZ . „Spencer hat nur gelacht, ich glaube, der hat kein Wort verstanden“, sagt der ehemalige Redakteur.

Sehr sympathisch

An was sich alle drei erinnern, ist die sympathische Art des Schauspielers, der sich auch als Schwimmer bei den Olympischen Spielen, Mitglied der italienischen Wasserball-Nationalmannschaft sowie als Sänger, Komponist, Modedesigner und Drehbuchautor einen Namen machte. „Er war wirklich aufgeschlossen und hat sich einiges über Bad Zwischenahn erzählen lassen“, berichtet der heute 66-jährige Schulze. Er sei ein interessanter Gesprächspartner gewesen und habe viel über seine Arbeit als Schauspieler berichtet, weiß Mickelat noch. „Es war auf jeden Fall ein interessantes und sehr lebhaftes Gespräch – ein einmaliger Abend, von dem wir sicher noch oft erzählen werden.“

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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