Bad Zwischenahn Rechtzeitig zum ersten touristischen Höhepunkt über Ostern hat der 56-jährige Schmiede- und Ideenkünstler Andreas Rimkus aus Springe seine Palisaden-Kunst am Ufer des Zwischenahner Meeres komplettiert. Die Installation konnte im vierstelligen Kostenrahmen des Voranschlags gehalten werden.

Gemeint sind die leuchtend blauen Palisaden, die in Höhe, Anzahl, Gruppierung und Ausrichtung der Lochbohrung variieren. Sie sollen dem Spaziergänger sicher den Weg vom Kurpark über den Marktplatz durch den relativ natürlichen Landschaftspark Rostrup zum Park der Gärten weisen. Am Dienstag wurden abschließend kleine Schilder mit kurzen Lebensweisheiten und Sprüchen zum Thema Natur angebracht, die den Leser zum Verweilen und Nachdenken animieren sollen.

Die Frau des Landschaftsarchitekten Hans-Joachim Adam aus Hannover, der auch für die Kurparkumgestaltung verantwortlich ist, hat die Aussagen und Sprüche ausgewählt. In prägnant-geistreichen Sinnsprüchen in Prosa werden Erkenntnisse, Erfahrungen und Lebensweisheiten vermittelt. Adam arbeitet schon seit zwanzig Jahren eng mit Rimkus zusammen. So stammt auch der „Nebelstein“ im Kurpark aus seiner Hand.

Parallel zu den Sprüchen wurden Rohre in die Vorbohrungen einiger Palisaden eingeschoben, ähnlich einem Fernglas, die dem Spaziergänger eine bestimmte Sichtweise der Natur und des Meeres vorgeben und so auf besondere Punkte hinweisen sollen, die dem Betrachter ansonsten vielleicht verborgen geblieben wären. Damit kann auch die Wahrnehmung der Natur geschärft werden.

Karl-Heinz Bischoff, Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes der Gemeinde, erläutert den Sinn hinter der Aktion, die im Rahmen des Nachdenkens über Aktivitäten im Jubiläumsjahr geboren wurde. „Bad Zwischenahn hat ja deutlich mehr zu bieten als den Kurpark und die Meile.“

Alternativen, wie Themengärten zu Emil Nolde und Max Liebermann, wurden wegen Problemen in der anschließenden Unterhaltung verworfen.

In das Gesamtpaket des „Grünen Bandes“ gehört auch, dass die ebenfalls noch nicht ganz fertigen Blühflächen kurzfristig durch Stauden-Bepflanzung komplettiert wurden, ehe die eingebrachten Blumenzwiebeln in Kürze die volle Blütenpracht der Beete entfalten werden. Die Anpflanzungen empfinden den natürlichen Charakter des Landschaftsparks nach, um sich harmonisch in die Natur einzugliedern.

Erste Betrachter der Objekte stehen teilweise immer noch ratlos vor den blauen Pfählen. So auch Marina Comes aus Bremen, die mit einer Freundin an der Aue in Eyhausen an einem dieser Gebilde kommentierte: „Sie stört nicht. Ob es große Kunst ist, kann ich nicht beurteilen. Als Wegweiser sind die Palisaden sicherlich sehr nützlich.“

Jedenfalls fällt die Kunstinstallation auf und bringt die Menschen ins Gespräch und zum Nachdenken über ihre Sinnhaftigkeit. Vielleicht bringt sie manchem ja auch Spaß und Freude. Für individuelle Deutungen ist jedenfalls Raum gegeben.

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