Augustfehn Ob Baum, Fluss, Himmel oder Waldboden – bei ihr kommt die Natur vor die Linse. Anna Lind aus Augustfehn ist eine begeisterte Fotografin. Die Kunstlehrerin und Pferdezüchterin gehört zu den Mitbegründern der Fotogruppe Augustfehn, die regelmäßig ihre Werke ausstellt.

Dass Anna Lind eine kreative Ader hat, ist naheliegend: Ihre Eltern waren beide Kunstmaler. Der Vater, Wilhelm Kempin, erlangte in Weimar Bekanntheit durch seine Landschaftsgemälde. Dann zog die Familie nach Oldenburg und Tochter Anna studierte Kunstpädagogik. „Meine Abschlussarbeit schrieb ich über die Werke meines Vaters.“

1959 heiratete die Kunstlehrerin und zog mit ihrem Mann nach Augustfehn. Im Fehnort unterrichtete sie erste bis vierte Klassen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Der Wunsch ihrer Tochter, ein Pony haben zu wollen, brachte bei Anna Lind einiges ins Rollen. Die Augustfehnerin wurde selbst begeisterte Reiterin und nicht ur das: Zusammen mit ihrem Mann züchtete Anna Lind Oldenburger Sportpferde.

„Wir waren totale Laien. Aber es hat Spaß gemacht und wir haben uns vieles über Pferde und Pferdezucht angeeignet“, so die Augustfehnerin. Über Ställe verfügte das Paar, das zuvor bereits Kühe besessen hatte.

Um die Fohlen anpreisen und verkaufen zu können, mussten schöne Fotografien her. Anna Lind experimentierte zunächst und wurde nach und nach zu einer begeisterten Fotografin.

In der Pferdezucht lief es gut für das Ehepaar Lind. „In einem Jahr stellten wir das Siegerfohlen für ganz Deutschland.“ Sogar internationale Erfolge feierten die Fohlen.

Als die Lehrerin pensioniert wurde, endete mit der Schularbeit auch die Zucht. Was blieb, war die Fotografie. Kurzerhand schloss sich die Augustfehnerin dem Fotoclub Fotoklön in Emden an. „Ich kann mich noch genau an das erste Treffen erinnern. Durch die Winternacht und durch Nebel bin ich zum Treffen gefahren. Der Weg war so anstrengend, dass ich mir sagte, da gehst du nicht mehr hin!“ Zusammen mit ihrer Freundin Renate Eilers blieb sie dann doch eine Weile bei der Fotogruppe.

„Wir wurden so herzlich empfangen und der Austausch miteinander brachte großen Spaß“, erklärte sie sich selbst den Wandel.

Zuvor hatte sie einen Fotoclub in Hude angehört. „Das gefiel mit nicht. Da ging es immer nur darum, wer die teuerste und die beste Kamera hatte.“ Selbstdarstellung ist der Augustfehnerin nicht wichtig.

Im Fotoclub Emden konnte sie sich ausprobieren. „Der trifft sich immer im Kulturbunker. Da sind auch andere Gruppen. Musikalische Gruppen und Bastelgruppen. Es herrschte immer ein reger Kulturaustausch.“ Für jeden Monat wurde ein Thema festgelegt. Bei Treffen zeigten sich die Teilnehmer gegenseitig ihre Werke und gaben sich Tipps.

Zusammen mit den zwei Freundinnen und Fotografinnen Renate Eilers und Anke Stapelfeld gründete Anna Lind schließlich die Fotogruppe Augustfehn. Vier, fünf Kameras, und zahlreiche Objektive, hatte Lind damals gleichzeitig. Sie schoss Mikro- und Makroaufnahmen und brachte Bienen, Schmetterlinge und Co vor die Linse. Genauso wie Landschaften, wie z.B. am Dollart, in Holtgast oder auch mal weiter weg im Urlaub. „Porträts sind nicht so meins“, gesteht die 79-Jährige. Zu Menschen auf Fotos hat sie eine ganz klare Meinung: „Wenn ich Aufnahmen von Menschen mache, fordere ich sie immer auf, mir etwas zu erzählen. Damit sie natürlicher wirken. Ich hasse gestellte Fotos.“

Durch ihre Fertigkeiten in der Malerei neigt Lind bei ihren Aufnahmen auch zum Malerischabstrakten. „Ich fotografierte eine Waldlichtung und bei langer Belichtungszeit schwenkte ich die Kamera senkrecht nach oben. Dadurch verschwimmen die Konturen und der Wald wirkt wie gepinselt.“

Als erste professionelle Kamera benutzte Anna Lind übrigens eine Canon 400 D. Doch nicht die Kamera macht das Bild. „Wenn du von einem Spitzenkoch ein Rezept bekommst, bringt dir das auch wenig, wenn du nicht selbst kochen kannst.“

Freya Dalton Kanalmanagement / Redakteurin
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.