Apen Seit vielen Jahrzehnten steigt Anke Bruns nicht nur an jedem Sonntag und an jedem Feiertag, sondern auch an anderen Wochentagen die steile Treppe hinauf auf die Empore der Aper St. Nikolai-Kirche. Dort hat sie ihren Platz an der Orgel und jeder Handgriff sitzt. Mit geübten Fingern spielt die frühere Lehrerin jedes Musikstück. „Ich spiele zu Gottes Ehre“, erzählt die fröhliche Augustfehnerin.

Diesen Sonntag, 31. März wird Anke Bruns im Gottesdienst verabschiedet. „Ich bin jetzt 80 Jahre und muss irgendwann loslassen“, beschreibt sie ihre Entscheidung. Im Herbst 2018 hatte die Organistin ihren Dienstvertrag zum 31. März gekündigt – mit weisem Blick voraus auf eine gezielte Nachfolgesuche. Leicht werde ihr der Abschied nicht fallen, sie sei gerne Organistin. Anke Bruns hat mit viel Herzblut und Leidenschaft ihren Dienst geleistet. ausgeübt.

1962 nach Tange gekommen

Als junge Lehrerin sei sie 1962 nach Tange an die damalige Zwergschule und spätere Mittelpunktschule gekommen. Gewohnt hat sie damals in Nordloh. Der dortige Schulleiter Erich Meyer hatte erfahren, dass Anke Bruns die Orgelprüfung habe und den damaligen Pastor Stöver darüber informiert. Schon kurz darauf spielte die junge Lehrerin in Nordloh einmal im Monat den Gottesdienst in der kleinen Friedhofskapelle.

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„Sporadisch kamen Trauerfeiern in Nordloh dazu“, erinnert sie sich an die Zeit, in der sie noch ihre zweite Prüfung zum Lehramt ablegen musste. Anke Bruns war immer zielstrebig und hat die Doppelbelastung gut hinbekommen. Sie wurde in Tange Schulleiterin und die Orgeldienste wurden mehr und regelmäßiger.

1972 kam der Anstellungsvertrag als Organistin. Pastor Klaus Peuster hatte bei ihr angefragt. „Gottesdienste, Trauerandachten, Trauungen – eben das volle Programm mit Familie und zwei kleinen Kindern“, erzählt sie. Ihr Mann habe sie stets tatkräftig unterstützt. Während der Woche hätten die Schwiegereltern und eine Kinderfrau Betreuungsdienste für die Kinder übernommen. Die Orgeldienste bezogen sich überwiegend auf die Aper Kirche, es kamen aber auch Einsätze in Nordloh, Godensholt, Vreschen-Bokel und Augustfehn dazu.

Alle Begegnungen sind dankbare Erinnerungen

Seit nunmehr 35 Jahren ist Peter Kunst Pastor in Apen. Anke Bruns, die von 1980 bis zur Pensionierung an der Grundschule Augustfehn unterrichtet hat, ist dankbar für ein gutes und harmonisches Einvernehmen mit den Pastoren, Küstern und den Mitarbeiterinnen im Kirchenbüro. Berührend seien Gottesdienste von Schülern bei der Konfirmation und später von ehemaligen Schülern bei Trauungen und sogar bei Silberhochzeiten gewesen. Für die Organistin sind all diese Begegnungen dankbare Erinnerungen. Es habe auch traurige Anlässe gegeben, beispielsweise die Beerdigung eines ehemaligen Schülers.

Die Orgel in der St. Nikolai-Kirche wurde 1970 eingebaut. Gemeinsam mit einer Kollegin hat Anke Bruns die Orgel eingespielt. Nun wird die 80-Jährige, Mutter von zwei Töchtern – beide im musischen Bereich - und Großmutter von fünf Enkeln, in Zukunft nur noch sporadisch an der Orgel sitzen und den Gottesdienst begleiten. „Vertretungsdienste werde ich übernehmen, aber ich kann dann auch mal Nein sagen“, lacht Anke Bruns, die sich als christlichen Menschen beschreibt.

Keine Langeweile

Langeweile wird die Anke Bruns, die früher auch Flötenkurse gab, künftig nicht haben: Gartenarbeit macht ihr Freude, außerdem betreut sie ehrenamtlich Flüchtlingsfamilien aus Syrien und dem Irak. Seit 1985 ist die Augustfehnerin Dirigentin beim gemischten Chor „Concordia“ Augustfehn. Die Mitglieder kommen noch zusammen, treten aber nicht mehr auf.

Zum Gottesdienst am Sonntag, den ab 10 Uhr Pastorin Sygun Hundt in der St. Nikolai-Kirche leitet, ist die Gemeinde herzlich eingeladen. Die Lieder, die gespielt und gesungen werden, hat Anke Bruns ausgesucht. Nach dem Gottesdienst findet im Gemeindehaus ein gemütliches Beisammensein, statt.

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