Ammerland „Keinen einzigen Millimeter nach Rechts“ ruft Sänger Herbert Grönemeyer mit Nachdruck nach einem Konzert in Wien ins Mikro. Die Menge spendet tosenden Beifall. Im Nachhinein gibt es negative wie positive Meinungen zu seinem politischen Statement. Wie sehen das Musiker aus dem Ammerland?

Das ist passiert...

Der Musiker Herbert Grönemeyer (63, „Männer“) hat bei einem Konzert in Wien eine politische Ansprache gehalten und sich deutlich gegen Rechts positioniert. Grönemeyer sagte: Auch wenn Politiker schwächelten, „ (…) liegt es an uns, zu diktieren, wie ’ne Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so ’ne Situation der Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platze (…).“ Die Rede löste ein geteiltes Echo aus.

„Musik und Politik gehören unbedingt zusammen“, sagt die 35-jährige Sarah Setzke von der Band „Rock Therapy“. Für sie seien Musiker in der Pflicht, sich sozialkritisch und politisch einzusetzen, da sie die jungen Menschen erreichen. Bei einem Konzert in Moers-Kappellen vor zwei Jahren äußerte sich die Rocksängerin auch selbst gegen Rechts. „Damals kamen AfD und Pegida gerade auf, da wollten wir als Musikgruppe handeln und unsere Meinung sagen“, erzählt sie. Musikalische Vorbilder seien für sie heute wichtiger denn je. „Ich glaube, dass Grönemeyer die Leute nur wachrütteln wollte“, schätzt sie.

Anders sieht es Christopher Kautsch von der Ammerländer Gruppe „Rock’n ’Radio Lab“. Er spricht im Namen der fünfköpfigen Band und sagt: „Wir machen Musik, zu der sich tanzen lässt und die Spaß macht. Wir covern Songs, bei denen wir das Gefühl haben, dass sie eine Verbindung zum Publikum erschaffen. Dabei liegt es uns komplett fern, eine politische Nachricht zu übermitteln.“ Generell fände er es falsch, Radikalität – egal in welcher Richtung – über Musik zu transportieren. „Privat haben wir eine politische Meinung. Aber uns geht es bei den Konzerten um einen schönen Abend.“ Trotzdem, was Grönemeyer gesagt hat, werten Kautsch und seine Kollegen nicht generell ab. „Jeder muss selbst wissen, inwieweit er mit politischen Statements in die Öffentlichkeit geht.“ Im Übrigen, so ergänzt Kautsch, gehe es nicht nur Musikern so: „Auch ein Fußballer steht in der Öffentlichkeit. Ob er sich politisch äußert oder nicht, muss er selbst entscheiden.“

Michael Diederich Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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