Friedrichsfehn „Uns fehlt das Vertrauen in die Edewechter Verwaltung.“ Werner Oeltjen bringt es im Landhaus Friedrichsfehn auf den Punkt, was viele der Anwesenden denken. Sie nehmen an diesem Abend an einer Versammlung der „Bürgerinitiative (BI) gegen den Bebauungsplan 195“ teil, um den Sachstand zu erörtern und sich auszutauschen.

Große Befürchtungen

Die Bürger befürchten, dass auf dem Areal der Firma Hilgen am Jeddeloher Damm eine Recycling-Anlage entstehen soll, in der auch Bauschutt aufgearbeitet werden kann. Die mögliche Kooperation mit einem Edewechter Bauunternehmer scheint dieses Projekt zu bestätigen, wobei es von offizieller Seite keine konkreten Aussagen dazu gäbe, heißt es.

Hier setzt auch die Kritik der BI an. „Es sind Vorarbeiten geleistet worden, ein Lärmgutachten wurde gestellt“, erklärt Werner Oeltjen. „Auch lief im Edewechter Bauausschuss eine Abstimmung, mit der dem Bebauungsplan zugestimmt wurde.“

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Tragbarer Kompromiss

Nach Ansicht von Jochen Gerdes seien auch dadurch Tatsachen geschaffen worden, dass auf dem Gelände bereits alte Eichen gefällt wurden. Die Bürger fühlen sich dabei mit ihren Sorgen allein gelassen. Nicht nur der Lärm durch den Betrieb einer Steinbrechanlage, auch hohe Staubbelastungen und eine Zunahme des Schwerlastverkehrs durch die Ortschaft Friedrichsfehn werden befürchtet.

Zwar habe die Gemeinde jetzt die zulässigen Lärmemissionswertewerte von 67 auf 65 Dezibel gesenkt und einen ersten Wall rund um das mögliche Gelände der Recyclinganlage geplant, doch das geht der BI nicht weit genug. Sie möchte, dass sich die Gemeinde klar positioniert. „Es sollen keine tiefen Gräben entstehen, wir möchten einen tragbaren Kompromiss erreichen“, macht Werner Oeltjen deutlich. Es gelte, die Interessen der betroffenen Bewohner und des im Ort ansässigen Unternehmers in Einklang zu bringen. Einiges wäre bereits dadurch gewonnen, wenn festgelegt werden würde, dass auf der Anlage eine Bauschuttverarbeitung ausgeschlossen werden könnte.

Fehlende Diskussion

Einige Ratsmitglieder nutzten die Versammlung, um sich weiter über dieses Thema zu informieren. Ein klares Statement lehnten sie ab, weil sie erst einmal weitere Anregungen erhalten möchten. Kritik erhielten sie von einem Teil der anwesenden knapp 40 Besucher, die offene Diskussionen und Auseinandersetzungen vermissen. Letzten Endes werde die Entscheidung, ob in Friedrichsfehn eine Recyclinganlage entstehe, von der Politik getroffen. „Dabei haben die Ratsmitglieder darauf zu achten, dass sie dem Allgemeinwohl verpflichtet sind“, betont ein Teilnehmer.

Erwartet werde, dass bei der Ratssitzung am 30. September über das Projekt Recycling-Anlage abschließend entschieden wird, wobei der Landkreis der Errichtung zustimmen müsse. „Bis dahin werden wir uns noch mit den Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien in Verbindung setzen, um ihnen die Problematik, wie wir sie sehen, bewusst zu machen“, so Werner Oeltjen. „Zugleich appellieren wir an das Gewissen der Verantwortlichen, sich unseren Argumenten zu öffnen.“

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