Westerstede /Ammerland Herzstillstand – rund 75 000 Menschen aus ganz Deutschland sind jährlich davon betroffen. Je früher eine Reanimation möglich ist, desto größer ist die Chance, dass das Leben dieser Menschen gerettet wird. Dank der neuen aus dem Projekt „Erleben“ konnte diese Chance aufs Überleben bereits 33 Betroffene aus dem Ammerland ermöglicht werden.

„In vielen Fällen schafften es diese Patienten dann auch ins Krankenhaus und einige von ihnen überlebten“, so Michael Peter, Geschäftsführer der Rettungsdienst Ammerland GmbH. Gemeinsam mit Dr. Matthias Haut, medizinischer Geschäftsführer der Ammerland Klinik, zog er für die NWZ Bilanz über 15 Monate Notfall-App im Kreis.

Das Projekt „Erleben“

Das Projekt „Erleben – Erhöhung der Überlebensrate nach Herzstillstand“ wird in Kooperation mit den Kreisen Vechta, Cloppenburg, Oldenburg, Wesermarsch, Ammerland und den Städten Delmenhorst und Oldenburg sowie der Großleitstelle und den örtlichen Hilfsorganisationen durchgeführt. Ziel ist eine Erhöhung der Überlebensrate nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand mittels einer App, durch die Ersthelfer alarmiert werden können, um bei Betroffenen mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen. So kann die Zeit, bis Rettungswagen und Notärzte eintreffen überbrückt werden. Durch den Einsatz der Ersthelfer kann die Chance auf Reanimation erhöht werden.

Registrieren darf sich jeder, der eine Ersthelfer-Qualifikation hat – so bspw. Krankenpfleger, Ärzte und Polizisten, aber auch Altenpfleger und Ersthelfer aus Unternehmen und Schulen.

„Es ist wirklich ein Herzensprojekt von uns“, sagt Dr. Matthias Haut. Und die Verantwortlichen sind erleichtert, dass es funktioniert. „Wenn wir nur ein Leben gerettet hätten, wäre es diese App schon wert gewesen. Dass wir mehr Menschen retten konnten, zeigt, dass es wirklich funktioniert“, so Michael Peter.

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Der Zuspruch der Retter ist recht annehmbar. 412 Helfer haben sich bislang registriert. Da die Retter jedoch nur mit dem Nachweis der Ersthelfer-Qualifikation, die hochgeladen werden muss, wirkliche App-Mitglieder werden, sind unterm Strich nur 307 Retter wirklich dabei.

Das Prinzip der Alarmierung über die App ist einfach: Wird die Rettungsleitstelle über die 112 über einen Herz-Kreislauf-Stillstand informiert, schickt sie einen Rettungswagen und einen Notarzt los. Automatisch wird über die App „corhelp3r“ parallel ermittelt, ob sich ein registrierter Ersthelfer in einem bestimmten Radius um den Einsatzort befindet. Hat dieser Retter den „erreichbar“-Status aktiviert, wird er ebenso wie zwei weitere Mitstreiter alarmiert und kann zur Hilfe eilen. Allerdings: „Niemand ist verpflichtet, den Notruf auch anzunehmen“, betonen Dr. Matthias Haut und Michael Peter. Niemand werde wegen unterlassener Hilfeleistung zur Rechenschaft gezogen, wenn er den Notruf ignoriert.

Michael Peter und Dr. Matthias Haut hoffen, dass sich bald noch mehr Helfer melden und ihre Registrierung auch abschließen, damit weiteren Menschen geholfen werden kann. 600 bis 700 Mitstreiter wären für die Region ideal.

In anderen Ländern, so erläutert Michael Peter, sei es selbstverständlich, bereits Kinder an das Thema heranzuführen, so dass es für sie als Erwachsene dazugehöre, ein Ersthelfer zu sein. Die Schweiz beispielsweise hätte bei Herzstillstand eine 50-prozentige Wiederbelebungsrate, da sei Deutschland noch weit von entfernt. Dennoch, mit der App sei man auf dem richtigen Weg.


Mehr Infos unter   www.projekt-erleben.de 

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Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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