WESTERSCHEPS „Wir befinden uns zehn Meter vor dem Objekt und messen 25 Mikrosievert“, kommt es knackend und rauschend aus dem Funkgerät des Gruppenführers. Er steht hinter einer Absperrung aus rot-weißem Flatterband auf der Kortenmoorstraße von Westerscheps nach Harkebrügge nahe der Kiesgrube.

Hier findet am Donnerstagabend eine Einsatzübung mehrerer Feuerwehren statt. 100 Kameraden sind im Einsatz. Es geht um atomare Stoffe.

Das „Objekt“ ist ein mit Krankenhausabfällen beladener Kleintransporter, der von der Fahrbahn abgekommen ist, weil ein entgegenkommendes Auto in den Gegenverkehr geraten war.

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Das Auto liegt jetzt auf dem Dach im Straßengraben. Die Fahrerin wurde eingeklemmt. „Wir befinden uns jetzt zwei Meter vor dem Objekt und messen 625 Mikrosievert“, melden die drei Strahlenschutz-Spezialisten der Freiwilligen Feuerwehr Aschhausen.

Mikrosievert bezeichnet die Maßeinheit der Strahlendosis. Gehüllt in graue Schutzanzüge bewegen sie sich langsam vorwärts. Einer von ihnen hält eine Messlanze für radioaktive Stoffe in der Hand.

„Mir geht es darum, möglichst schnell die Menschenrettung einleiten zu können“, drängt der Zugführer. Beinahe gleichzeitig folgt die Entwarnung: Das auf dem Dach gelandete Auto befindet sich außerhalb der radioaktiven Gefahrenzone. Schon eilen die Kameraden los, um die eingeklemmte Frau zu befreien.

Gute zwei Stunden nach Einsatzbeginn ist die Übung beendet, und die Kortenmoorstraße wird für den Durchgangsverkehr wieder geöffnet.

„Solche Unglücke mit atomaren Stoffen kommen zum Glück relativ selten vor“, sagt Dirk Gerdes-Röben, Feuerwehr-Sachbearbeiter bei der Gemeinde und Mitglied der Gefahrgutgruppe Edewecht.

„Mit dem Ablauf der Übung sind wir sehr zufrieden. Es gab nur einige kleinere Probleme“, berichtet er und betont: „Zeitlich und handwerklich ist es aber gut gelaufen.“ Der Umgang mit radioaktiven Materialien stelle für die beteiligten Kameraden immer noch eine ganz besondere Aufgabe dar, die über Einsätze mit chemischen Stoffen hinausgehe, erläutert er.

Beteiligt waren: die Ortsfeuerwehr Osterscheps, die Gefahrgutgruppe der Ortswehr Edewecht, die Spezialkräfte der Feuerwehr Elmendorf, die Dekontaminations- und Strahlenschutzeinheit Aschhausen, als Unterstützungseinheit die Zwischenahner sowie das Rote Kreuz Westerstede und die Polizei.

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Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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