Petersfehn Besonders viele Unfälle ereignen sich nicht mehr an der Einmündung der Brüderstraße in die Mittellinie in Petersfehn, seit dort der Fuß- und Radweg rot markiert wurde. Dass der Landkreis Ammerland hier dennoch die Notwendigkeit sieht, für mehr Sicherheit zu Sorgen ist deshalb schon fast erstaunlich.

Aber Landrat Jörg Bensberg hat, wie auch die Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörden und der Polizei mit eigenen Augen gesehen, wie häufig das Stop-Schild an dieser Ecke von Autofahrern einfach ignoriert wird. Sie nahmen die Sorgen der Anwohner ernst, die immer wieder von gefährlichen Beinahe-Unfällen berichteten. Und deshalb kamen Bensberg und Ingrid Meiners, Leiterin des Straßenverkehrsamtes, am Montagabend mit einem Vorschlag zu einer Bürgerversammlung in die Petersfehner Heimatdiele.

200 Meter Umweg

Eine Bedarfsampel zwischen den beiden Zufahrten zum Netto-Markt an der Brüderstraße soll künftig eine sichere Überquerung ermöglichen. Das war nicht unbedingt die Nachricht, die sich die zahlreichen Teilnehmer der Versammlung erhofft hatten. Wer an der Mittellinie die Einmündung der Brüderstraße überqueren will, kann künftig rund 100 Meter in die Brüderstraße hinein fahren oder gehen, sie dort an der Ampel gefahrlos überqueren und wieder zur Mittellinie zurückkehren.

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Mit dem Bus über die Straße

Ein Problem, das Petersfehner Bürger in der Vergangenheit beklagt hatten, konnte Landrat Jörg Bensberg am Montag nach Gesprächen mit der VWG als gelöst präsentieren. Fahrgäste können die Busse der Linie 329 an der Endhaltestelle künftig nicht nur an der Nordseite der Mittellinie verlassen. Sie können im Bus bleiben und am Wendekreis auf der gegenüberliegenden Straßenseite aussteigen. Eine offizielle Haltestelle wird aber nicht eingerichtet. Die Regel soll ab dem 1. Februar gelten.

Viele Teilnehmer der Versammlung zweifelten allerdings an, ob das denn auch wirklich passieren werde – besonders Kinder und Jugendliche würden wohl einfach weiter die gefährliche Kreuzung queren.

Wer die zusätzliche Sicherheit wolle, müsse auch den kleinen Umweg in Kauf nehmen entgegnete Bensberg. Da seien auch Eltern in der Pflicht, auf Kinder einzuwirken – obwohl er wisse, dass dieser Einfluss im Jugendalter nicht mehr unbedingt groß sei.

Kreisverkehr unmöglich

Die Experten des Landkreises hätten aber auch andere Möglichkeiten überprüft – sowohl den von einigen Petersfehnern gewünschten Kreisverkehr als auch eine große Ampelanlage an der Einmündung. Der Kreisel, so erläuterte Bensberg, sei an dieser Stelle völlig ausgeschlossen. Nicht nur wegen den Platzbedarfs, sondern auch, weil gegenüber der Brüderstraße zwei Einfahrten zu Privatgrundstücken liegen. Diese könnten auf keinen Fall an einen Kreisverkehr angeschlossen werden. Das sah auch der Petersfehner Friedhelm Logemann ein, der sich massiv für einen Kreisverkehr eingesetzt hatte. Eine große Ampelanlage an der Einmündung so Bensberg, würde den Verkehr auf der Mittellinie zu stark behindern und komme deshalb auch nicht in Frage.

Bleibe also nur die Bedarfsampel. Für die sei auch kein Standort näher an der Mittellinie möglich – es müsse genug Platz für Fahrzeuge bleiben, die von dort auf die Brüderstraße abbiegen wollen, ohne die Kreuzung zu blockieren, so Bensberg.

Weg frei für Radler

Immerhin, für Kinder aus den Siedlungen südöstlich der Einmündung bringe die Ampel auf dem Weg zur Grundschule tatsächlich mehr Sicherheit, erkannten einige der Teilnehmer an – allerdings nur, wenn der Fußweg westlich der Brüderstraße in beide Richtungen für Radfahrer freigegeben werde. Das sagte Meiners am Montagabend zu.

Außerdem will der Kreis auch die Einmündung der beiden Straßen selbst verändern. Das größte Problem aus Sicht vieler Petersfehner und auch der Experten: Wer aus der Brüderstraße in Richtung Oldenburg auf die Mittellinie abbiegen will, fühlt sich trotz des Stop-Schildes zu sicher – und übersieht möglicherweise Radfahrer, die die Brüderstraße queren wollen. Das will der Kreis künftig verbessern. Die Fahrbahn der Einmündung soll verengt und den Autofahrern so der Schwung genommen werden. Bensberg und Meiners konnten allerdings noch keinen Termin nennen.

Sanierung steht an

Beide Straßen, Mittellinie wie Brüderstraße, stehen ohnehin für eine Fahrbahnsanierung in den kommenden Jahren auf dem Plan, die Mittellinie noch vor der Brüderstraße. Es biete sich an, die Umgestaltung der Einmündung im Zuge einer dieser Sanierungen in Angriff zu nehmen, so Meiners. Schneller soll die Ampel kommen. Die Kreisverwaltung müsse natürlich noch die Finanzierung von den politischen Gremien absegnen lassen, so Bensberg. Die detaillierte Planung solle aber schon vor angeschoben werden.

An der Versammlung nahm auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Stephan Albani teil, der sich bereits seit 2013 immer wieder mit Anwohnern für eine sichere Querung der Brüderstraße eingesetzt hat. In diesem Zusammenhang war auch die Forderung nach einer breiteren Querungshilfe in Höhe Dwaschweg geäußert worden. Dass so Meiners, sei aber teuer und kompliziert – und mit der jetzt geplanten Ampel wohl auch überflüssig.

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Christian Quapp Redakteur / Redaktion Westerstede
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