Wehnen Mit dem Auto von einem der vielen Grundstücke an der Tannenkampstraße gefahrlos auf die Fahrbahn zu kommen, ist oft nicht möglich. Die Straße zu überqueren, ist ein noch größeres Wagnis – diese Erfahrungen haben viele Anlieger der Straße in Wehnen gemacht. Deshalb wünschen sie sich schon seit Jahren eine Verbesserung.

Zuletzt haben Annegret Puls und zwei ihrer Nachbarinnen gemeinsam mit dem Ofener SPD-Ratsherren Wolfgang Mickelat im Mai 423 Unterschriften an Landrat Jörg Bensberg überreicht. Ihre Forderung: Deutlich weniger als die bisher erlaubten 80 Stundenkilometer müsste hier gefahren werden. Auch eine Querungshilfe in Höhe der Bushaltestelle regten sie an.

Der Landrat sagte damals eine Prüfung zu. Ein weiteres Tempolimit sei aber nur möglich, wenn es in dem Bereich Unfälle gebe, die ihre Ursache in der dort gefahrenen Geschwindigkeit hätten.

Und genau diese Unfälle gibt es nach Ansicht des Landkreises nicht. So steht es in einem Schreiben, dass Annegret Puls vom Landkreis bekommen hat. Bei einer 24-stündigen Verkehrsmessung hätten 8800 Fahrzeuge die Straße passiert.

Autos, die mehr als 80 Stundenkilometer gefahren seien, habe es dabei nur selten gegeben. Auch die Verkehrsunfallstatistik zeige keine besondere Problematik – das gelte auch für den Kreuzungsbereich von Tannenkampstraße und Westerholtsfelder Straße, heißt es in dem Schreiben. Das Ergebnis: Der Kreis sieht weder Anlass für ein verschärftes Tempolimit noch für Querungshilfen.

Bei Annegret Puls geht angesichts dieser Erklärung der sprichwörtliche Puls in die Höhe. Sie selbst hatte vor anderthalb Jahren einen Unfall auf der Tannenkampstraße und erlebt immer wieder gefährliche Situationen. „Besonders, wenn wie in den vergangenen Wochen auf der Autobahn gebaut wird“, sagt sie. Denn dann ist die Tannenkampstraße für viele eine willkommene Umleitung auf dem Weg von Oldenburg nach Bad Zwischenahn oder umgekehrt. „Ich habe das Gefühl, man nimmt uns und unsere Beobachtungen einfach nicht ernst“, sagt Puls.

Auch Wolfgang Mickelat ist enttäuscht von der Antwort des Landkreises. „Immer wieder wird dem Verkehr Vorrang vor den Interessen der Anlieger eingeräumt. „Wie viel Zeit würden die Autofahrer denn verlieren, wenn sie hier 50 statt 80 fahren würden? Doch nur ein paar Sekunden.“

Wer es wirklich eilig habe, der könne die Autobahn benutzen und müsse sich nicht durch Ofen und Wehnen quälen, meint der Ratsherr und Kreistagsabgeordnete. Politischen Spielraum sieht er allerdings nicht – die Verantwortung liege bei der Kreisverwaltung, der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und der Polizei.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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